Das neue Jahr bietet auch für Versicherungsmakler Anlass für grundsätzliche Gedanken und gute Vorsätze. Bei der älteren Generation geht es dabei unweigerlich um das Thema Nachfolge. Wie Sport oder Gesundheit ist die berufliche Perspektive ein Thema, dessen Wichtigkeit niemand in Frage stellt—aber eben auch etwas, dass im Alltag schnell untergeht oder zurückgestellt wird. Für einen älteren Makler ist dieser Vorsatz daher eine ähnliche Plattitüde wie sich vorzunehmen, mehr Sport zu treiben.

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Philipp Kanschik

Philipp Kanschik ist Bereichsleiter für das digitale Maklergeschäft und Nachfolgelösungen bei Policen Direkt.

Aber gibt es eigentlich auch Makler, die sich das guten Gewissens sparen können? Gibt es also Makler, die zwar de facto dem typischen Rentenalter sehr nah sind, aber das Thema Nachfolge 2020 trotzdem vertagen können? Die heutige Kolumne widmet sich guten Gründen, die Nachfolge noch einmal zurückzustellen.

Grund 1: Ich bin doch noch fit und mit viel Spaß bei der Sache

Viele Makler möchten gerne in Ruhestand gehen—aber genauso viele lieben ihren Beruf und möchten ihm so lange wie möglich nachgehen, auch wenn sie die 60 längst überschritten haben. Wer noch mindestens 3 Jahre weiterarbeiten möchte wie bisher, kann sich beim Thema Nachfolge in 2020 zurückhalten, unabhängig vom Alter. Ein frühes Informieren schadet nicht, ist aber kein Muss.

Allerdings sollte jeder Makler, egal ob jung oder alt, Vorkehrungen für den Notfall treffen. Was passiert, wenn Sie als Makler von heute auf morgen nicht mehr einsatzfähig sind? Eine der Möglichkeiten ist die Kooperation mit einem Anbieter, der optionale Verrentung anbietet: Wenn Ihnen heute etwas passiert, erhalten Ihre Erben eine automatische Verrentung auf die Bestandseinnahmen. Eine andere Option ist die Bevollmächtigung eines Vertrauten, der im Krisenfall den Bestand treuhänderisch verwalten und gegebenenfalls verkaufen kann.

Merke: Spaß an der Arbeit ist ein guter Grund, sich auch 2020 noch nicht um seinen Ruhestand zu kümmern. Doch wer noch mehr als 3 Jahre weiterarbeiten möchte, sollte mindestens für den Notfall vorgesorgt haben.

Grund 2: Wenn ich weitermache, stehe ich finanziell besser da

In fast allen Lebenslagen ist es finanziell attraktiver zu arbeiten als nicht zu arbeiten. Das gilt auch für den Verkauf von Maklerbeständen und -unternehmen. Beim Verkauf gegen eine fixe Zahlung erhalten Sie zunächst hohe Beträge—die laufenden Einnahmen fallen dafür dauerhaft weg. Bei der Verrentung erhalten Sie hingegen weiterhin einen Großteil der Einnahmen von Ihrem Nachfolger.

Auch wenn beide Szenarien grundsätzlich finanziell attraktiv sein können, haben Sie mittelfristig mehr Einnahmen, wenn Sie selbst als Versicherungsmakler weitermachen. Ist Ihr Bestand relativ klein und haben Sie keine weitere Altersvorsorge, kann Ihnen Altersarmut bei weiterem Einkommensverlust drohen. In einem solchen Fall werden Sie als Makler selbstverständlich so lange wie möglich weiterarbeiten. Leider bedeutet dies auch, dass der wohlverdiente Ruhestand erstmal vertagt werden muss. Den Bestand auslaufen lassen, also Courtage zu kassieren ohne zu beraten, ist keine sinnvolle Option.

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Merke: Wer auf jeden Euro achten muss, sollte weiterhin Vollgas geben und hat auch gute Gründe, das Thema Nachfolge erst einmal zurückstellen. Umso wichtiger sind hier aber dann auch Notfallregelungen.