Frauen sind im Versicherungsvertrieb weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Besonders die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie fehlende Sichtbarkeit belasten Vermittlerinnen. Mit der neuen Initiative „Frauen.Vertrieb.Zukunft.“ will der BVK ein Zeichen für mehr Sichtbarkeit, bessere Rahmenbedingungen und stärkere politische Unterstützung für Vermittlerinnen.

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Im Zuge hat der Verband eine Online-Umfrage durchgeführt. Die Ergebnisse zeichnen ein deutliches Bild der Herausforderungen, mit denen Frauen im Versicherungsvertrieb konfrontiert sind. Als größte Belastung nannten die Teilnehmerinnen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. 60 Prozent sehen darin die zentrale Herausforderung ihres Berufsalltags. Fast ebenso viele beklagen Probleme beim Selbstmarketing und bei der eigenen Sichtbarkeit im Markt. Auch mangelnde Anerkennung bei Kunden und innerhalb der Branche, eingeschränkte Karrierechancen sowie fehlende Netzwerke zählen laut Umfrage zu den größten Hürden.

Besonders kritisch fällt die Einschätzung zur Repräsentation weiblicher Perspektiven im Versicherungsvertrieb aus. Nur neun Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Frauen ausreichend vertreten werden. 41 Prozent verneinen dies klar, weitere 46 Prozent sehen weibliche Perspektiven lediglich teilweise berücksichtigt.

Ein besonders sensibles Thema ist nach Einschätzung vieler Vermittlerinnen der Mutterschutz für Selbständige. 44 Prozent der Teilnehmerinnen waren nach eigenen Angaben bereits unmittelbar davon betroffen. Genannt wurden dabei vor allem wirtschaftlicher Druck, laufende Fixkosten, Einkommensausfälle sowie fehlende Vertretungsregelungen während der Ausfallzeiten. Hinzu komme die fehlende gesetzliche Absicherung selbständiger Frauen.

Die Erwartungen an den BVK sind entsprechend klar formuliert. Viele Teilnehmerinnen wünschen sich ein stärkeres politisches Engagement des Verbandes. Das gilt insbesondere beim Thema Mutterschutz für Selbständige. Darüber hinaus sehen die Befragten Handlungsbedarf bei der Nachwuchsförderung, der politischen Interessenvertretung sowie einer stärkeren Öffentlichkeitsarbeit für Frauen im Vertrieb. Der BVK versteht die Ergebnisse als klaren Handlungsauftrag. Ziel sei es, weibliche Perspektiven künftig stärker in die Verbandsarbeit einzubinden, Kompetenzen sichtbarer zu machen und Frauen im Vertrieb mehr Gewicht zu verleihen. Erste Schritte hat der Verband bereits eingeleitet. Gemeinsam mit anderen Organisationen veröffentlichte der BVK ein Positionspapier zum geplanten Mutterschutz für Selbständige und brachte dieses in die politische Diskussion ein.