Zweitgrößter Verlust: Gothaer Allgemeine (minus 22.566 Verträge)
Der Haftpflichtbestand der Gothaer Allgemeinen sinkt 2024 um 22.566 Verträge beziehungsweise 1,4 Prozent auf 1.553.413 Policen, nach 1.575.979 im Vorjahr. Damit liegt die Gesellschaft auf Rang 12 nach Bestandsgröße. Auch im längerfristigen Vergleich zeigt sich ein Rückgang: Gegenüber 2019 mit 1.662.416 Verträgen entspricht dies einem Minus von 109.003 Policen beziehungsweise rund 6,6 Prozent.

- Haftpflicht: Die größten Bestandsverluste
- Zehntgrößter Verlust: DEVK VVaG (minus 10.403 Verträge)
- Neuntgrößter Verlust: Dialog Versicherung (minus 10.991 Verträge)
- Achtgrößter Verlust: DEVK Allgemeine (minus 12.929 Verträge)
- Siebtgrößter Verlust: Bayerischer Versicherungsverband (minus 16.600 Verträge)
- Sechstgrößter Verlust: Bayerische Allgemeine (minus 17.393 Verträge)
- Fünftgrößter Verlust: Provinzial Versicherung (minus 18.435 Verträge)
- Viertgrößter Verlust: Generali Deutschland (minus 19.941 Verträge)
- Drittgrößter Verlust: HDI Versicherung (minus 21.177 Verträge)
- Zweitgrößter Verlust: Gothaer Allgemeine (minus 22.566 Verträge)
- Größter Verlust: Signal Iduna Allgemeine (minus 279.215 Verträge)
Wirtschaftlich zählt die Gothaer weiterhin zu den großen Anbietern. Die gebuchten Bruttoprämien steigen von 425,81 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 441,70 Millionen Euro im Jahr 2024, was einem Zuwachs von 15,89 Millionen Euro beziehungsweise 3,7 Prozent entspricht. Mit Rang 6 nach Prämien liegt die Gesellschaft sechs Plätze vor ihrer Position nach Vertragsbestand.
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Prämienprofil: gehobenes bis hohes Segment
Die Durchschnittsprämie je Vertrag steigt von 212,64 Euro im Jahr 2019 über 270,19 Euro im Jahr 2023 auf 284,34 Euro im Jahr 2024. Im Marktvergleich ergibt sich eine klare Position im oberen Segment: Nur sechs Anbieter verlangen höhere Prämien, während 43 günstiger sind. Die Gothaer gehört damit zu den teureren Anbietern im Markt.
Schadenentwicklung: erhöhtes Niveau mit schwankendem Verlauf
Die Schadenaufwendungen je Vertrag zeigen zuletzt wieder einen Anstieg. Nach 111,36 Euro im Jahr 2019 und einem vergleichsweise niedrigen Wert von 99,07 Euro im Jahr 2023 steigen sie 2024 auf 128,51 Euro. Im Marktvergleich ergibt sich Rang 39: 38 Anbieter weisen geringere Schadenaufwendungen auf, 11 höhere. Die Gothaer bewegt sich damit klar im Bereich erhöhter Schadenaufwendungen, wobei das Vorjahr eine temporäre Entlastung darstellte.
Einordnung: Prämienstärke bei begrenztem Nachfragewachstum
Die Kombination aus gehobenem Preisniveau und gleichzeitig erhöhten Schadenaufwendungen ergibt ein weitgehend konsistentes Verhältnis von Beitrag und Risiko. Höhere Prämien spiegeln hier die entsprechend höhere Schadenstruktur wider und sind damit Ausdruck der jeweiligen Segmentpositionierung.
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Der Bestandsrückgang fügt sich in dieses Bild ein. In einem Markt mit begrenztem Wachstum entstehen zusätzliche Impulse vor allem dort, wo sich Preis- und Risikoprofile verändern. Bleiben beide Größen im Gleichlauf, entwickelt sich der Bestand entsprechend stabil, ohne dass sich daraus zusätzliche Wachstumsdynamik ergibt. Mit Blick auf die Marktstellung relativiert sich die Entwicklung zwar – die Gothaer bleibt einer der prämienstärkeren Anbieter –, zugleich zeigt sich jedoch, dass auch große Versicherer ihre Bestände unter diesen Bedingungen nicht ohne Weiteres ausweiten können.
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