Versicherungsbote: Studierende haben die Möglichkeit, in den ersten drei Monaten nach Immatrikulation einen Antrag auf Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht zu stellen. Sie können sich dann privat versichern. Was sollten Studierende beachten, wenn sie sich für diesen Schritt entscheiden wollen?

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Daniel Feulner ist Abteilungsleiter PKV beim Leipziger Maklerpool Invers.Invers GmbHDaniel Feulner: Für alle Studierenden gilt grundsätzlich: Sie müssen krankenversichert sein. Zunächst werden sie der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zugeordnet. Aber zugleich haben Studierende einmalig zu Beginn des Studiums die Wahl, sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen und in der privaten Krankenversicherung (PKV) zu versichern. Das können alle Studierende machen und nicht nur diejenigen, die bereits vorher privat versichert waren.

Wenn Studierende in die PKV wechseln möchten oder in dieser bleiben wollen, müssen sie spätestens drei Monate nach der Einschreibung an der Hochschule (Immatrikulation) einen Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht bei Ihrer bisherigen Krankenkasse stellen. An die Wahl der Versicherung sind Ihre Kunden dann für die Dauer Ihres Studiums gebunden. Studierende können währenddessen nicht in das jeweils andere System wechseln.

Was sind aus Ihrer Sicht Vorteile, wenn man sich als Student gesetzlich versichert? Was sind die Nachteile?

Ein Vorteil ist, dass Studierende sich über Ihre Eltern familienversichern lassen können. Sofern diese über Ihre Eltern in der gesetzlichen Krankenkasse abgesichert sind, können sie dort auch während des Studiums bleiben. Studierende zahlen dann so lange keinen eigenen Beitrag, wie deren Eltern Kindergeld erhalten. Das ist in der Regel bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs der Fall. Nur die Eltern derjenigen, die Wehr- oder Bundesfreiwilligendienst geleistet haben, erhalten entsprechend länger Kindergeld – höchstens ein Jahr.

Die Familienversicherung ist für Studierende meines Erachtens die günstigste Lösung. Zur Immatrikulation müssen Sie eine Versicherungsbescheinigung der Krankenkasse mitbringen, die Sie telefonisch bei der Kasse bestellen können.

Studierende, die unmittelbar vor dem Studium pflichtversichert waren, etwa durch eine Ausbildung, durch Bundesfreiwilligendienst oder ein freiwilliges soziales Jahr, müssen sogar nach einem Urteil des Bundessozialgerichts während des Studiums in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben (Urteil vom 27. April 2016, Az. B12KR24/14R). Die Betreffenden haben nicht mehr das Recht, in die private Krankenversicherung zu wechseln.

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Studierende können, wie alle Versicherten, zu einer Kasse Ihrer Wahl wechseln. Kinder von Studierenden sind über ihre studierenden Eltern oder über die Großeltern familienversichert.