„Sprunghafte Anstiege bei Werten einzelner Künstler sieht man im Markt oft, wenn ein Künstler verstirbt.“
Welche Rolle spielen Inflation, Marktzyklen und spekulative Preisentwicklungen bei der Versicherungssumme und wie bleibt der Versicherungsschutz aktuell?

- „Kunstversicherung bietet die Chance, Kundenbeziehungen zu vertiefen“
- „Sprunghafte Anstiege bei Werten einzelner Künstler sieht man im Markt oft, wenn ein Künstler verstirbt.“
Die Kunstversicherung bei Hiscox enthält für solche Fälle eine Vorsorge für Wertsteigerungen von bis zu 30 Prozent. Diese gilt übrigens auch für Neuerwerbungen, wenn z.B. spontan im Urlaub ein neues Kunstwerk gekauft wird. Sprunghafte Anstiege bei Werten einzelner Künstler sieht man im Markt oft, wenn ein Künstler verstirbt. Auch für diesen Fall bietet die Hiscox Police eine erhöhte Vorsorge von bis zu 100 Prozent auf den versicherten Wert dieser Werke. So ist der Kunde auch bei solch rapiden Wertsteigerungen geschützt.
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In Zeiten anhaltender Inflation – wie wir sie in den vergangenen Jahren erlebt haben – zeigte sich zunächst eine deutliche „Flucht in Sachwerte“: Viele Kundinnen und Kunden haben ihre Sammlungen erweitert und gezielt investiert, wodurch die Preise für gefragte Werke und bestimmte Künstler spürbar gestiegen sind. Mit der fortgesetzten Inflation, einer schwächeren wirtschaftlichen Gesamtlage und steigenden Kosten im Kunsthandel hat sich dieser Trend jedoch gedreht: Die Nachfrage sinkt, und in einigen Segmenten sind die Preise wieder rückläufig. Weitere Infos hierzu veröffentlichen wir regelmäßig, etwa im Hiscox Artist Top 100 Report, der regelmäßig die wichtigsten Entwicklungen im zeitgenössischen Kunstmarkt analysiert.
Welche Schadenursachen werden aus Vermittlersicht häufig unterschätzt?
Vermittler, die nicht täglich im Kunstversicherungsmarkt unterwegs sind, haben wahrscheinlich vor allem die Raub- und Diebstahlschäden vor Augen, die in der Presse besprochen werden. Am häufigsten passieren Schäden jedoch nach unserer Schadenerfahrung auf dem Transportweg: Daher ist es ungemein wichtig, dass wertvolle Werke durch erfahrene Kunstspediteure von A nach B gebracht werden und die Werke adäquat verpackt sind – und natürlich, dass der Transport umfassend versichert ist.
Welche Besonderheiten gelten bei Leihgaben an Museen oder bei Ausstellungen?
Am Markt gibt es unterschiedliche Ansätze, doch für Privatkunden verfolgen wir bewusst den Weg, es ihnen so einfach wie möglich zu machen: Kunst ist bei uns weltweit versichert – ohne zusätzlichen Aufwand, auch dann, wenn einzelne Werke vorübergehend verliehen werden. Bei Sammlungen, die häufig verliehen werden, oder bei besonders hochwertigen Stücken wird in der Praxis eine noch etwas individuellere Vertragsgestaltung gewünscht. In diesen Fällen wird für die Dauer der Leihgabe häufig ein höherer, aktueller Marktwert angesetzt als für die Zeit, in der das Werk zuhause hängt. In vielen Fällen übernimmt zudem der Leihnehmer die Versicherungskosten für Transport oder Ausstellung. Für all diese Szenarien entwickeln wir gemeinsam mit Vermittlern und Kunden stets praktikable, unkomplizierte Lösungen, die zu der Sammlung des Kunden passen.
Wo liegt die Abgrenzung zwischen privater Kunstversicherung und gewerblicher Deckung?
Persönliche Kunstsammlungen werden überwiegend privat genutzt und sind zuhause oder vielleicht zeitweise im Museum zu sehen. Bei gewerblicher Deckung ist der Hauptzweck der Sammlung der Verkauf. Hier finden sehr viel mehr Transporte für Messen etc. statt, das heißt, auch die Schadenquote ist in der Regel höher. Das schlägt sich natürlich auch entsprechend bei den angesetzten Prämien nieder.
Ist Kunstversicherung ein Produktverkauf oder eher ein beratungsintensives Beziehungs- und Netzwerkgeschäft zwischen Vermittler, Gutachter, Restaurator und Versicherer?
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Definitiv beides! Die Kunstbranche und auch die Kunstversicherungsbranche ist eng vernetzt. Und das Netzwerk spielt eine große Rolle, gerade bei der Platzierung von großen institutionellen Kunden. Bei den privaten Kunden sehen wir dagegen den steigenden Bedarf nach unkomplizierten Lösungen, die im besten Fall digital und einfach abgeschlossen werden können. Dieser Bedarf wird unseres Erachtens in Zukunft immens steigen, und die Kunstversicherer müssen sich darauf einstellen.
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Hintergrund: Das Interview erschien zuerst im neuen kostenfreien Versicherungsbote Fachmagazin 01-2026. Das Magazin kann auf der Webseite des Versicherungsbote bestellt werden. Die Fragen stellte Björn Bergfeld.
- „Kunstversicherung bietet die Chance, Kundenbeziehungen zu vertiefen“
- „Sprunghafte Anstiege bei Werten einzelner Künstler sieht man im Markt oft, wenn ein Künstler verstirbt.“
