Versicherungen für Familien: Hohes Interesse an Versicherungspaketen
Junge Erwachsene beziehen ihre Eltern wieder stärker in Versicherungsentscheidungen ein. Gleichzeitig wächst das Interesse an Starterpaketen. Auch Familien zeigen sich offen für gebündelte Versicherungslösungen.

Junge Erwachsene blicken offenbar skeptischer auf ihre Zukunft und suchen bei Finanz- und Versicherungsentscheidungen verstärkt Orientierung im familiären Umfeld. Das geht aus einer aktuellen Zielgruppen-Untersuchung des Kundenmonitors Assekuranz von Sirius Campus hervor.
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Ein wichtiger Aspekt für die Versicherungswirtschaft ist zudem, dass Eltern häufig auch einen erheblichen Teil der Versicherungsbeiträge ihrer erwachsenen Kinder übernehmen. Damit stellt sich für Versicherer die Frage, ob die klassische Zielgruppenlogik noch ausreicht. Denn die Entscheidung für eine Versicherung wird offenbar nicht immer allein von demjenigen getroffen, der später versichert ist.
„Die Ergebnisse zeigen, dass Versicherungsentscheidungen häufig nicht isoliert getroffen werden, sondern im familiären Umfeld entstehen“, erklärt Christoph Müller, Geschäftsführer und Gründer von Sirius Campus. Sein Fazit für die Branche: „Für Versicherer lohnt es sich deshalb, junge Erwachsene und ihre Eltern nicht getrennt zu betrachten, sondern beide Generationen in der Kundenansprache mitzudenken.“
Interessant für den Vertrieb ist auch die Entwicklung bei sogenannten Starterpaketen. Die Abschlussbereitschaft unter den bis 35-Jährigen ist gegenüber früheren Untersuchungen deutlich gestiegen. 2026 würden sich 20 Prozent für ein Start-Premiumpaket entscheiden, weitere 26 Prozent für ein Komfortpaket und 14 Prozent für ein Basispaket. Zusammengenommen entscheiden sich damit 60 Prozent für eines der drei dargestellten Paketmodelle. 2022 waren es 50 Prozent, 2020 noch 54 Prozent.
Besonders auffällig ist die Entwicklung beim Premiumangebot: Dessen Anteil stieg von acht Prozent im Jahr 2020 über elf Prozent 2022 auf nun 20 Prozent. Das untersuchte Premium-Paket umfasst unter anderem Berufsunfähigkeits-, private Unfall- und Cyber-Risk-Versicherung. Die Zahlen sprechen dafür, dass zumindest ein Teil der jungen Zielgruppe für umfangreichere Absicherungslösungen offen ist.
Dabei verändert sich der Versicherungsbedarf mit dem Alter. Bei den 18- bis 25-Jährigen stehen zunächst klassische Einstiegsprodukte wie Privathaftpflicht- und Kfz-Versicherung im Vordergrund; vergleichsweise häufig spielt auch die Auslandsreisekrankenversicherung eine Rolle. Später gewinnen insbesondere die Berufsunfähigkeits- und die Zahnzusatzversicherung an Bedeutung.
Familien stellen die Absicherung der Kinder an erste Stelle
Auch bei Familien zeigt die Studie Ansatzpunkte für Versicherer und Vermittler. Die Absicherung der Kinder genießt besonders hohe Priorität: 90 Prozent stimmen mindestens eher der Aussage zu, dass ihnen eine gute Absicherung ihrer Kinder wichtig sei. Bei der Absicherung des Hauptverdieners liegt dieser Wert bei 82 Prozent. Gleichzeitig zeigt sich Beratungsbedarf. 44 Prozent machen sich zumindest manchmal Sorgen, ob ihre Familie ausreichend abgesichert ist. 40 Prozent fällt es nach eigener Aussage schwer zu beurteilen, welche Versicherungen für die Familie tatsächlich wichtig sind. 45 Prozent würden sich über eine Beratung zur Familienabsicherung freuen.Auf vergleichsweise große Resonanz stoßen gebündelte Versicherungslösungen. 45 Prozent der befragten Eltern würden ein Familien-Versicherungspaket, das die für sie wichtigen Versicherungen enthält, „bestimmt“ oder „wahrscheinlich“ abschließen.
Besonders hoch ist die Zustimmung bei jüngeren Eltern. Unter den Befragten bis 30 Jahre erreicht die entsprechende Abschlussbereitschaft 64 Prozent. Betrachtet man das Alter der Kinder, kommen Familien mit Kindern unter acht Jahren auf 57 Prozent. Bei Eltern mit Kindern zwischen acht und 14 Jahren sind es 51 Prozent. Allerdings gibt es eine wichtige Hürde: Ein notwendiger Anbieterwechsel könnte einen Teil der Interessenten abschrecken. Laut Sirius Campus bliebe in diesem Fall insgesamt noch eine Abschlussbereitschaft von 29 Prozent. Bei Familien mit Kindern zwischen acht und 14 Jahren wären es 40 Prozent.
Mitversicherung erwachsener Kinder besonders gefragt
Neben klassischen Versicherungsprodukten können auch Zusatzleistungen für Familien interessant sein. Am attraktivsten bewerten die Befragten die Möglichkeit, volljährige Kinder nach Abschluss der Schul- oder Berufsausbildung weiter mitzuversichern, sofern diese noch im gemeinsamen Haushalt leben. 21 Prozent wären sogar bereit, dafür zusätzlich zu bezahlen; weitere 42 Prozent zeigen Interesse, wollen dafür allerdings keinen Aufpreis zahlen. Damit stößt die Leistung bei insgesamt 63 Prozent zumindest auf grundsätzliches Interesse.
Auch der kostengünstige Einschluss von Kindern in die Unfallversicherung kommt gut an: 16 Prozent würden dafür zusätzlich zahlen, weitere 42 Prozent interessieren sich ohne zusätzliche Zahlungsbereitschaft dafür. Flexible Beitragsmodelle könnten ebenfalls einen Ansatzpunkt bieten. Bei einer Rentenversicherung mit flexiblen Beitragspausen, beispielsweise während der Elternzeit, zeigen insgesamt 46 Prozent Interesse.
