Als Sachwalter ihrer Mandanten haben Versicherungsmakler umfangreiche Aufgaben. Risiken müssen analysiert, Angebote erstellt, Schäden gemeldet und Beratungen dokumentiert werden… Doch welche dieser Tätigkeiten übernehmen Versicherungsmakler selbst und welche lagern sie aus? Und an wen? Diese Fragen bildeten ein eigenes Untersuchungsgebiet in der Studie „Pools und Dienstleister für Versicherungsmakler“, die im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) erstellt wurde (Versicherungsbote berichtete).

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Unterschieden wird in der Studie zwischen Kerntätigkeiten und unterstützenden Aktivitäten. Zu den Kerntätigkeiten gehören:

  • Marktforschung (Courtagezusagen, Leads, Webseite, Soziale Netzwerke, Online-Abschlussmöglichkeit)
  • Bedarfserweckung, Beratung, Vermittlung (u.a. Terminierung, Risikoanalyse, Angebotserstellung, Beratungsdokumentation,…)
  • Betreuung (u.a. MVP, Jahresgespräche, Bestandsanalyse, Schadenmanagement…)

In den Bereich der ‚unterstützenden Tätigkeiten‘ ordnet die Studie Aufgaben wie Personalrekrutierung und -verwaltung, Buchhaltung, Büroorganisation usw. ein. Die Umfrage-Teilnehmer sollten angeben, welche dieser Tätigkeiten sie selbst übernehmen, an einen Pool auslagern oder von einem sonstigen Dienstleister erledigen lassen. Die vierte Antwortmöglichkeit lautete „wird nicht durchgeführt“ und wurde erstaunlich oft gewählt. So geben im Bereich ‚Betreuung‘ immerhin 77,9 Prozent der Befragten an, dass sie Jahresgespräche selbst durchführen. Doch 18,6 Prozent führen keine Jahresgespräche. Zwar besteht einem OLG-Urteil zufolge keine Pflicht, solche Gespräche zu führen. Ratsam ist aber schon, um zu prüfen, ob bestehende Verträge angepasst werden sollten oder die Versicherungssummen noch angemessen sind.

Die Analyse von Bestandsdaten überlassen 6,4 Prozent der Befragten einem Pool, 3,9 Prozent einem anderen Dienstleister und 82,4 Prozent übernehmen das selbst. Doch 11,3 Prozent verzichten eigenen Angaben zufolge darauf. Bei der Kündigungsprophylaxe ist das Teilnehmerfeld zwiegespalten: 46,6 Prozent übernehmen das selbst. 47,5 Prozent führen so etwas nicht durch. 12,7 Prozent geben an, keine Kündigungsnachbearbeitung vorzunehmen.

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Die Angabe ‚wird nicht durchgeführt’ findet sich im Bereich der unterstützenden Tätigkeiten noch häufiger. So führen 63,2 Prozent der Befragten keinerlei Maßnahmen durch, um Personal zu gewinnen. Nach einem Datenschutzbeauftragten gefragt, geben 38,7 Prozent an, sich selbst darum zu kümmern; 5,4 Prozent lagern das an einen anderen Dienstleister aus und 54,4 Prozent entschieden sich für die Antwort ‚wird nicht durchgeführt‘. Die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) wird von 33,3 Prozent der Befragten selbst vorgenommen. 25 Prozent schalten einen Dienstleister ein und 40,7 Prozent führen keine BWA durch.