Auch im Jahr 2016 war die Zahl förderfähiger Riester-Verträge bei den Lebensversicherern rückläufig. Der Gesamtbestand an Riester-Verträgen erreichte zum Jahresende 2016 rund 10,7 Millionen Verträge, was gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 0,9 Prozent bedeutet. Ein Plus ist allerdings beim laufenden Beitrag zu beobachten, der um 1,5 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro anwuchs. Das zeigt die Broschüre „Lebensversicherung in Zahlen 2017“ des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Anzeige

Neugeschäft bricht um 7,2 Prozent ein

Ein deutliches Minus ist erneut im Neugeschäft mit förderfähigen Riester-Lebensversicherungen zu beobachten. Im Jahr 2016 wurden knapp 346 Tausend Riester-Verträge neu abgeschlossen, was einen Rückgang um 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Immerhin konnte damit der Einbruch aus 2015 ein wenig abgefangen werden, als das Neugeschäft beinahe ein Fünftel verlor (-19,6 Prozent).

Etwas besser sieht es bei den sogenannten Basis-Renten aus, mit denen Selbstständige staatlich gefördert einen Kapitalstock ansparen können. Der Bestand an Basisrenten-Verträgen bei den Versicherern erreichte zum 31.12.2016 knapp 2,1 Millionen Verträge (plus 4,1 Prozent) mit einem laufenden Beitrag von 3,4 Milliarden Euro (plus 2,6 Prozent) und kapitalisierten Jahresrenten in Höhe von 63,0 Milliarden Euro (plus 5,1 Prozent). Die Basis-Rente, umgangssprachlich auch Rürup-Rente genannt, war 2005 als steuerlich begünstigte Form der privaten Altersvorsorge eingeführt worden. Federführend war hierbei der Ökonom Bert Rürup.

Knapp 17,1 Millionen Verträge förderfähiger Altersvorsorge-Produkte

Lebensversicherer sind nicht die einzigen Anbieter, die staatlich förderfähige Altersvorsorge-Produkte anbieten. Zum Jahresende 2016 entfielen laut GDV rund 17,1 Millionen Verträge auf die neuen betrieblichen Vorsorgeformen, die infolge der Riester-Reformen ab 2001 eingeführt wurden: Pensionskassen und -fonds umfassten rund 4,3 Millionen Rentenverträge; Riester- und Basisrenten erreichten 12,8 Millionen Verträge. Dennoch: Die Riester-Rente verliert weiter an Boden, wenn man die sinkenden Marktanteile der Versicherer betrachtet.

Jeder fünfte Riester-Vertrag ruhend gestellt

Für Debatten sorgte im Juni, dass nach Schätzungen der Bundesregierung jeder fünfte Riester-Vertrag ruhend gestellt ist. Mehr als drei Millionen Sparer zahlen für ihre Policen aktuell keine Prämien mehr. Das hatte eine Antwort der Bundesregierung auf eine entsprechende Anfrage der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann ergeben (der Versicherungsbote berichtete).

Genaue Zahlen zu den ruhend gestellten Verträgen fehlen jedoch, es handelt sich um Schätzwerte. Auch kann die Bundesregierung keine Angaben zu der Frage machen, wie viele Riester-Beträge in der 15jährigen Bestehensgeschichte storniert wurden. Gründe, weshalb die Sparer ihre Verträge nicht weiter bedienen - ob aus Unzufriedenheit mit dem Anbieter, aufgrund finanzieller Probleme etc. -, werden ebenfalls nicht evaluiert.

Hoffen auf die Reform

Neue Impulse erhofft sich die Versicherungswirtschaft nun vom Gesetzespaket, das die Bundesregierung mit Blick auf die private und betriebliche Altersvorsorge beschlossen hat. Zum Jahreswechsel 2018 wird die staatliche Grundzulage für die Riester-Rente erstmals angehoben: von 154 auf dann 175 Euro. Für die Grundsicherung im Alter wird zudem ein Freibetrag auf Einkommen aus Betriebs- und Riesterrenten eingeführt. Mindestens 100 Euro pro Monat werden demnach nicht mehr auf die Grundsicherung angerechnet. Höchstens soll ein Betrag in Höhe des hälftigen Hartz IV-Satzes verschont bleiben: Aktuell sind dies 204,50 Euro (der Versicherungsbote berichtete).

Anzeige

Es sei wichtig, die private Altersvorsorge weiter zu stärken, positioniert sich der GDV in seiner Broschüre. Wortwörtlich heißt es darin: "10,7 Millionen Riester-Verträge im Bestand sind eine beachtlicher Wert, auch wenn dieser zuletzt leicht zurückgegangen ist (minus 0,9 Prozent). Die jetzt beschlossene höhere Grundzulage und die neuen Freibeträge in der Grundsicherung sind daher richtig und notwendig, um gerade Menschen mit geringerem Einkommen gezielt bei der Vorsorge zu unterstützen."