Die Einkommensunterschiede zwischen Rentnern in Ost- und Westdeutschland bleiben erheblich. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) abgefragt wurden. Demnach verfügten Senioren in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im Schnitt über mehrere Tausend Euro weniger Einkommen pro Jahr als Rentner in den westdeutschen Bundesländern.

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Besonders deutlich wird die Differenz beim sogenannten Nettoäquivalenzeinkommen, das den tatsächlichen Lebensstandard vergleichbar machen soll. In Sachsen lag dieses Einkommen bei Menschen ab 65 Jahren im vergangenen Jahr durchschnittlich bei 25.202 Euro, in Sachsen-Anhalt bei 25.090 Euro und in Thüringen bei 26.032 Euro. Im Westen Deutschlands kamen Senioren dagegen im Durchschnitt auf 29.577 Euro jährlich.

BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht sieht darin ein anhaltendes Gerechtigkeitsproblem. „Das ist für Ostrentner ein skandalöser Rückstand. Von einer Renteneinheit sind wir auch 36 Jahre später meilenweit entfernt“, sagte Wagenknecht gegenüber der Nachrichtenagentur "dpa".

Die Zahlen dürften die Diskussion um die Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung weiter anheizen. Denn parallel arbeitet die Rentenkommission der Bundesregierung an Reformvorschlägen zur langfristigen Stabilisierung des Systems. Ende Juni sollen erste Ergebnisse vorliegen. Wagenknecht warnte bereits vor möglichen Leistungskürzungen. „Sollte die Bundesregierung nach den Plänen der Rentenkommission jetzt auch noch das Rentenniveau kürzen, dann wäre das vor allem auch ein Schlag gegen Ostrentner, weil sie in der Regel nur die gesetzliche Rente haben“, erklärte die Politikerin.

Gerade in Ostdeutschland spielt die gesetzliche Rente für viele Haushalte eine deutlich größere Rolle als zusätzliche betriebliche oder private Vorsorge. Entsprechend sensibel wird dort jede Diskussion über Reformen, Beitragssätze oder Rentenniveau verfolgt.

Die Daten zeigen zugleich, dass die Debatte über Altersarmut und soziale Absicherung zunehmend regional geprägt ist. Während die Politik über die langfristige Finanzierbarkeit des Rentensystems diskutiert, wächst bei vielen Rentnern die Sorge vor weiter sinkender Kaufkraft und steigenden Lebenshaltungskosten.