Wenngleich der moderne Sozialstaat heutzutage wichtige Risiken absichert, ist die private Absicherung für den Todesfall aktuell wie eh und je. Das trifft besonders dann zu, wenn Familien von einer Hauptverdienerin oder einem Hauptverdiener abhängig sind – nicht selten ist dann im Todesfall die wirtschaftliche Existenz der gesamten Familie gefährdet. Das bekannteste Produkt der Hinterbliebenenvorsorge ist die Risikolebensversicherung (RLV).

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51 Millionen Menschen in Deutschland gehören zur Zielgruppe einer Risikolebensversicherung. Dennoch sorgt nur jeder Siebte mit einer solchen Police vor (Versicherungsbote berichtete) – vielen Menschen fehlt der wichtige Hinterbliebenenschutz. Aufklärungsarbeit ist also angebracht.

Für wen empfiehlt sich eine RLV?

Zunächst gilt: eine Risikolebensversicherung empfiehlt sich für jeden, von dem andere Menschen des privaten Umfelds finanziell abhängig sind – insbesondere für den Hauptverdiener einer Familie. Es besteht auch die Möglichkeit, zwei Hauptverdiener, also ein Paar, zu versichern. Überhaupt ist schon die Gründung einer Familie ein guter Grund, über den Neuabschluss einer RLV nachzudenken.

Eine wichtige Rolle spielt die RLV bei der Absicherung nicht verheirateter Paare – heutzutage sind die Eltern jedes dritten Kindes nicht verheiratet. Wenn einer der beiden Elternteile stirbt, erhalten Ledige im Gegensatz zu Verheirateten grundsätzlich keine Hinterbliebenenrente – eine RLV kann diese Vorsorgelücke schließen.

Weitere Gründe, die für eine RLV sprechen, sind zum Beispiel ein geplanter Hausbau oder Haus- bzw. Immobilienkauf. Kann doch die RLV auch zur Absicherung eines Hypothekenkredits herangezogen werden (Versicherungsbote berichtete). Hohe laufende Kosten sind ebenfalls ein Grund, über private Hinterbliebenen-Vorsorge wie eine RLV nachzudenken.

Schneller Abschluss lohnt sich – jedes Lebensjahr verteuert die Prämie

Sobald der Bedarf erkannt ist, lohnt sich ein schneller Abschluss. Der Grund: Das Alter des Versicherungsnehmers bei Neuabschluss einer Police hat einen wichtigen Einfluss auf die Kalkulation. Verteuert doch jedes Lebensjahr die Prämie.

Versicherer kalkulieren hierbei in der Regel nicht mit dem wirklichen Geburtstag des Kunden. Stattdessen rechnen sie so, als würde der Versicherungsnehmer jeweils zum 01.01. eines jeden Jahres ein Jahr älter werden – die Altersschwelle, die in einem Kalenderjahr erreicht wird, ist also rückwirkend für das ganze Kalenderjahr gültig.

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Durch Änderung des Kalkulationsparameters "Alter" zum Jahreswechsel haben Versicherungsnehmer das Nachsehen, die sich zu Jahresbeginn für den Abschluss einer RLV entschließen. Denn hätten sie sich nur kurz davor für ein solches Produkt entschieden, hätten sie den gleichen Versicherungsschutz zu einem günstigeren Preis bekommen. Doch es gibt eine Chance, den Schaden zumindest zu reduzieren: Viele Versicherer bieten in den ersten Monaten des Jahres öffentlichkeitswirksam eine Rückdatierung an (Versicherungsbote berichtete).

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