Hingegen fällt mit der WGV-Versicherung der Schaden-Kosten-Sieger einer aktuellen Branchenstudie durch sein ständiges Auf und Ab im Ranking auf. Der Versicherungsbote stellt aktuelle Kennzahlen des wichtigen Geschäftszweigs vor.

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Rechtsschutz: zuletzt unter erschwerten Bedingungen

In den zurückliegenden Jahren war das Geschäft für die Rechtsschutzversicherer nicht leicht – Kostenmodernisierungsgesetz oder Dieselgate schlugen sich negativ in den Kennzahlen der Versicherer nieder. Das zeigten auch immer wieder die Branchenmonitore der V.E.R.S Leipzig GmbH (Versicherungsbote berichtete). So schrieben in 2018 insgesamt zehn der 25 im Branchenmonitor Rechtsschutz untersuchten Versicherer rote Zahlen. Und nur durch Mühe konnte die durchschnittliche Schaden-Kosten-Quote unter die kritische 100-Prozent-Marke gepresst werden – und lag in 2018 bei 99,17 Prozent je Versicherer.

Begründet waren diese Ergebnisse unter anderem durch ein höheres Klageaufkommen und durch steigende Schadenaufwendungen je Versicherer. Diese stiegen von durchschnittlich 109,05 Mio. Euro im Jahr 2017 auf 117,37 Mio. Euro in 2018 – eine Erhöhung um 7,63 Prozent.

Ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019

Da beruhigt, dass die Schadenaufwendungen in 2019 nur noch um 1,62 Prozent weiterkletterten: auf durchschnittlich 119,28 Mio. Euro je Versicherer. Das zeigt der aktuelle Branchenmonitor Rechtsschutz 2014-2019. Die durchschnittlich gebuchten Bruttoprämien je Versicherer stiegen außerdem um 3,13 Prozent – von 179,88 Mio. Euro in 2018 auf 185,52 Mio. Euro in 2019.

Solche Zahlen bedeuten auch eine Verbesserung der durchschnittlichen Schaden-Kosten-Quote bzw. der durchschnittlichen Combined Ratio (CR): Sie fiel um zwei Prozentpunkte und liegt in 2019 bei verhältnismäßig doch guten 96,92 Prozent je Versicherer.

Sechs Versicherer in den roten Zahlen

Das bessere Geschäftsjahr 2019 spiegelt sich in den Einzelergebnissen der Versicherer. Denn mussten in 2018 noch zehn der 25 im Monitor gerankten Versicherer rote Zahlen schreiben, betrifft es in 2019 nur sechs Versicherer.

Für fünf dieser „Schaden-Kosten-Verlierer“ in 2019 ist ein solches Ergebnis nicht neu: Sie nahmen schon in 2018 eine CR über 100 Prozent hin – und befanden sich demnach schon damals am Ende der Tabelle.

Allianz: 2019 im schwierigen Geschäft

Ein Versicherer aber ist neu in der Riege der Schlusslichter – die Allianz. Deutschlands Versicherungsriese muss erstmalig seit 2014 wieder eine CR über 100 Prozent hinnehmen. In 2017 lag die CR der Münchener noch bei guten 89,09 Prozent und in 2018 immerhin noch bei auskömmlichen 97,45 Prozent. In 2019 aber muss die Allianz einen CR-Wert von 102,72 Prozent verbuchen.

Eine solche Schaden-Kosten-Quote schlägt sich auch im versicherungstechnischen Ergebnis (vor Veränderung der Schwankungsrückstellung) nieder. Denn erstmalig überhaupt für den Analysezeitraum 2014 bis 2019 steht für die Münchener hier ein Minus.

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Konnte man in 2017 noch 33,65 Mio. Euro plus als versicherungstechnisches Ergebnis vorweisen und in 2018 immerhin noch 10,71 Mio. Euro, weist der Branchenmonitor für 2019 ein versicherungstechnisches Ergebnis von -2,54 Mio. Euro aus. Dadurch rutscht die Allianz von Rang fünf auf Rang 22 der Tabelle – nur das versicherungstechnische Ergebnis der Concordia (-2,96 Mio Euro), der HUK24 (-4,22 Mio. Euro) und der Deurag Rechtsschutz (-6,54 Mio. Euro) ist schlechter.