Gerade durch und nach der Corona-Krise wird sich die Wahrnehmung und die Erwartung an unseren Beruf noch einmal verändern. Kunden werden noch mehr darauf fokussieren: „Was habe ich davon, Dir zu zuhören? Warum Du? Was bewirkt Dein Angebot für mich und meine Familie?“ Und da ist der pure Produktverkauf, wie es früher durchaus üblich war, nicht mehr die Erwartung unserer Kunden.

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Setzen wir uns noch einmal die Brille des Kunden auf: “…was wollen unsere Kunden wirklich?“

  • Sie wollen gesund bleiben.
  • Sie wollen Zeit mit der Familie und Freunden verbringen ohne Sorgen über die Zukunft.
  • Sie wollen eine gute Mutter, ein guter Vater sein.
  • Sie wollen, wenn mal was passiert, dass schnell alles wieder in Ordnung ist und das Leben so weitergehen kann wie vorher.
  • Und wenn es mal ganz schlimm kommt, die Sicherheit alles geregelt zu haben, mit einem klaren Plan die richtigen Dinge zu richtigen Zeit zu tun und die Gewissheit, dass die Familie nicht „ins Rutschen kommt“.

Schauen wir uns mal ein paar Beispiele an, was Generationenberatung - speziell die rechtliche Vorsorge durch Vorsorgevollmachten - mit Finanzdienstleistung zu tun hat.

Für gewisse Zeit geschäftsunfähig

Nehmen wir einmal an, unser Kunde hat einen schweren Unfall oder Krankheit, oder muss durch eine Virusinfektion intensivmedizinisch behandelt und beatmet werden. Er oder sie liegt im Koma oder ist nicht in der Lage, sich um seinen Alltag zu kümmern. Die Folge: Er oder sie ist geschäftsunfähig, wenn auch nur für eine gewisse Zeit.

Jetzt hat unser Kunde für solche Fälle eine Personenversicherung (BU, DU, EU, GF, DD, KV, MultiRisk, UV usw.) abgeschlossen. Die Erwartung aus Sicht der Kunden ist nun, die Versicherung zahlt das Geld aus (laufende Rentenzahlung oder Einmalzahlung) und die Familie kann das Geld so einsetzen, wie es für die Situation am sinnvollsten ist. Entstehende Kosten decken, laufende Ausgaben bestreiten, notwendige Umbauten durchführen und den Alltag meistern.

Um Gelder aus den Versicherungen zu erhalten, muss ein Leistungsantrag bzw. eine Schadensanzeige gestellt werden. Unabhängig von Art und Versicherer muss auf diesen Vordrucken oder bei Onlinemeldung im Laufe der Leistungsprüfung immer die versicherte/verletzte Person unterschreiben. Was aber, wenn wie oben beschrieben dies nicht möglich ist? Dann muss dies der gesetzliche Vertreter tun.

Wenn Geld da ist, aber dennoch die Insolvenz droht

Beispiel: Ein Ehepaar, der Mann ist angestellt, die Frau ist selbständig. Sie hat zur Gründung ihres Unternehmens einen Kredit aufgenommen. Angenommen er ist durch einem Unfall geschäftsunfähig, die BU und Unfallversicherung zahlt die vereinbarten Leistungen. Wenn sie als Betreuerin eingesetzt wird, muss sie über die Vermögensverhältnisse und Verwendung der Versicherungsleistungen Rechenschaft ablegen lt. §§1840ff. BGB. Eine geordnete Aufstellung aller Einnahmen und Ausgaben und sämtlicher Belege.

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Das Gericht prüft dann die Verwendung der Gelder. Oftmals muss der Alltag in der Familie, besonders wenn Kinder da sind, komplett neu organisiert werden. Was passiert?: Die Ehefrau kann nicht mehr voll arbeiten, Einnahmen sinken. Wenn sie jetzt ihren Firmenkredit zurückzahlen könnte, um mit geringeren Kosten alles unter einen Hut zu bekommen, würde es leichter gehen. Aber nicht mit dem Geld aus seinen Versicherungen! Sie darf die Versicherungsleistungen nur für ihn verwenden. Nicht für ihre Verbindlichkeiten oder die Hobbys der Kinder. Gegebenenfalls droht die Insolvenz, obwohl eigentlich Geld da ist.