Versicherungsbote: Herr Bachmann, Sie kooperieren aktuell mit der Sparda Bank Baden-Württemberg: nicht nur als Maklerpool, sondern, wenn ich das richtig verstanden habe, als IT- und Plattform-Dienstleister. Wie sieht die Zusammenarbeit konkret aus? Und wie kann eine Bank von Ihnen profitieren?

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Stefan Bachmann: Richtig. Die Sparda Bank Baden-Württemberg setzt nicht nur auf unsere Leistungen als Pool für Makler, sondern nutzt auch die umfassenden Lösungen unserer IT-Plattform. Denn in den letzten beiden Jahren war es uns für unsere Entwicklung wichtig, nicht nur Frontend oder Serviceleistungen zu liefern, sondern vor allem auch Advisortech, also Technologie, die speziell für Vermittler und Berater entwickelt wird. Die Basis bildet unsere Kunden- und Vertragsverwaltungssoftware iCRM für eine effiziente Vertragsverwaltung, die zudem Schnittstellen zu allen relevanten Vergleichsrechnern und sonstigen technischen Lösungen für Berater und Vermittler hat. Somit sind sowohl Bestandsübertragungen sowie Neugeschäft für alle Arten von Intermediären einfach möglich.

Sie sprechen von einer Bancassurance-Strategie von JDC. Was ist damit konkret gemeint? Und warum ausgerechnet eine Genossenschaftsbank als Kooperationspartner?

Bei der Entwicklung der Plattformstrategie war es uns wichtig, dass auch andere Partner oder Plattformen unsere Leistungen nutzen können. Eine Bank hat einen ganz besonderen Zugang zum Kunden und genießt Vertrauen bei finanziellen Entscheidungen. Sie ist sozusagen ihre eigene Plattform. Das Versicherungsgeschäft mit einer Maklertochter innerhalb der Bank abzubilden, ist hier ein smartes Modell. Als Makler steht die Bank bzw. deren Tochtergesellschaft faktisch im Lager des Kunden und muss neutral und transparent für den Kunden operieren. Das ist für alle ein Gewinn. Wir können unsere Services für alle möglichen Vertriebsmodelle aufsetzen. Online, Offline und Hybrid. Dies kommt allen Banken entgegen. Gerade Genossenschaftsbanken haben mit der engeren Kundenbeziehung und den Filialen vor Ort eine einfachere persönliche Ansprache und können gerade bei beratungsintensiven Produkten vor Ort punkten. Hier wird jeder Partner selbst den besten Weg für sich definieren und dann auf die jeweilige Kundengruppe anpassen.

Im Rahmen der Kooperation sollen über die App „allesmeins“ White-Label-Lösungen angebunden werden. Welche Tarife und Produkte sind hierbei geplant? Können Sie uns einen Einblick in die Ideenschmiede geben?

Der Sparda Bank stehen mit der Anbindung an die JDC Plattform all die Versicherungsgesellschaften zur Verfügung, die mit uns eine Vereinbarung haben. Das sind über 200 Gesellschaften. Damit können so ziemlich alle Bestandsverträge von Kunden angezeigt und auch über die Rechner neu abgeschlossen werden. Dies kann der Kunde selbst online bei meineversicherungswelt.de machen, in der WebApp nach der Bedarfsanalyse oder zusammen mit einem Berater, der seine eigenen Beraterrechner in unserem System verwendet.

Sie haben ein eigenes digitales Ökosystem geschaffen, um dem Endkunden und Kooperationspartnern mehrere Services zu bieten. Seit wann investiert JDC in die digitale Technik? Können Sie verraten, wie viel?

Die JDC Group investiert seit Jahren kontinuierlich in die eigene Advisortech-Strategie, um IT-Lösungen für Berater anbieten zu können. Als JDC-Gruppe geben wir im Jahr im Schnitt rund sechs Millionen Euro für IT aus, haben also seit Beginn unserer Digitalisierungsstrategie 2012 in sieben Jahren rund 40 Millionen Euro aus dem laufenden Geschäft heraus in die IT investiert. Das sind nachhaltige Entwicklungen, die viel von unseren Operations- und IT-Abteilungen abverlangen, aber gerade in einem sich transformierenden Markt sehr wichtig sind. Ohne diese hohen Investitionen hätten wir heute nicht diese allumfassende Maklerplattform für Makler, Belegschaftsmakler oder Großkunden wie Banken schaffen können. Mittlerweile setzen auch Mehrfachagenten oder Ausschließlichkeitsorganisationen auf Teile unseres iCRMs und der IT-Lösungen.

Der Versicherungs- und Bankvertrieb wird stärker datengetrieben, schreiben Sie in einem Kommentar. Wie kann das aussehen? Wie werden Daten eingesetzt, um den Bedarf des Kunden zu ermitteln/zu decken?

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Banken haben ja selbst sehr wertvolle Daten. In der jahrelangen Betreuung kann man als Bank sogar näher am Kunden sein als Konzerne wie Google oder Amazon: Wichtige Informationen zu Versicherungen und Haushalt laufen ohnehin über das Bankkonto. Banken bieten vermehrt auch Multi-Banking in den eigenen Apps an. Die derzeit umzusetzende EU-Richtlinie „PSD2“ wird hier weitere Möglichkeiten eröffnen. Wir als JDC stellen mit der eigens in der App entwickelten Bedarfsanalyse auf DEFINO-Standard eine Möglichkeit, dass sich Kunden auch selbst einen Überblick zu ihrem Versicherungsstatus hinsichtlich Vorsorge und Absicherung geben können. Mit zehn einfachen Fragen zu Haushalt, Familie und Lebensplanung können wir hier ein sehr wertvolles Tool bereitstellen.