„Schwere Stürme, große Hitze, starke lokale Überschwemmungen - 2018 ist Sinnbild für Extremwetter auch in Deutschland“, sagte GDV-Präsident Wolfgang Weiler bei der Vorstellung des Naturgefahrenreports am Mittwoch in Berlin. „2018 gehört zu den vier schwersten Sturmjahren der letzten 20 Jahre.“ Nur die Winterstürme der Jahre 1999, 2002 und 2007 hinterließen seit 1997 höhere Schäden.

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Insgesamt sorgten Naturgefahren im vergangenen Jahr für versicherte Schäden von rund 3,1 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr musste die Branche rund 200.000 Euro mehr für Naturgefahren berappen. Davon seien rund 2,6 Milliarden Euro und damit gut 84 Prozent auf das Konto von Sturm und Hagel gegangen. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 90 Prozent.

3,1 Milliarden Euro Schäden durch Naturgefahren

Gleichzeitig seien die Kosten durch Überschwemmungsschäden wieder gestiegen. 2017 schlugen Überschwemmungen noch mit rund 300 Millionen Euro zu Buche. Anno 2018 hätten Schäden durch Starkregen und Hochwasser gut 520 Millionen Euro verursacht.

Comfreak/Pixabay

Auf die Sachversicherer entfielen dabei Schäden an Wohngebäuden, Hausrat, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft in Höhe von 2,6 Milliarden Euro. In Summe wurden rund 1.712.000 Schäden bei Sachversicherern gezählt worden. Die Kfz-Versicherer schulterten 219.300 Schäden an Fahrzeugen in Höhe von 520 Millionen Euro. In der Langzeitbetrachtung seit 2000 verursachen alle Naturgewalten im Durchschnitt einen jährlichen Schaden von 2,6 Milliarden Euro. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Vorsorge gegen Unwetterschäden

Wenn Hausbesitzer ihre Immobilie gegen Hochwasser, Starkregen, Erdrutsch und andere Naturgefahren absichern wollen, reicht eine einfache Wohngebäudeversicherung nicht aus. Zusätzlich muss eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen werden, die als eigenständiger Vertrag oder Zusatzbaustein zu einer Wohngebäude-Police erhältlich ist.

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Ein Versicherungsschutz ist grundsätzlich für fast alle Häuser in Deutschland möglich. Denn: 99 Prozent der Gebäude in Deutschland sind problemlos gegen Überschwemmungen und Starkregen versicherbar. Davon geht der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) schon länger aus. Doch nur 43 Prozent aller Hausbesitzer in Deutschland haben ihr Hab und Gut gegen Hochwasserschäden und weitere Elementargefahren abgesichert. Doch die Unterschiede sind zwischen den einzelnen Bundesländern erheblich. Während in Baden-Württemberg 94 Prozent der Gebäude gegen Naturgefahren versichert sind, haben in Bremen gerade einmal 21 Prozent einen entsprechenden Schutz. Die hohe Versicherungsdichte in Baden-Württemberg hat historische Gründe. Schließlich bestand bis zum Jahr 1993 eine Versicherungspflicht gegen Elementarschäden.