Im Mai 2018 hatte der IT-Dienstleister Softfair das Analysehaus Ascore gekauft. Während der Name Ascore weiterhin Bestand haben soll, wurden andere bestehende Lösungen beider Häuser verknüpft. So wird es künftig kein Softfair-Rating mehr für Private Krankenversicherer geben. Diese sollen nun unter der Flagge Ascore laufen. Dazu seien beide Scoring-Verfahren untersucht, überarbeitet und schließlich vereint worden.

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In seinem ersten PKV-Rating der neuen Generation wurde nun die PKV-Branche unter die Lupe genommen. Anhand der letzten drei Jahre (2016-2018) wurden hierfür 17 Kennzahlen herangezogen. Dabei wurde unter anderem bewertet, wie hoch die Abschlusskosten eines Versicherers sind, wie viel Rückstellungen für die Versicherten angespart wurden, um Beitragssteigerungen aufzufangen (RFB-Quote) und wie hoch die Nettoverzinsung der Verträge ausfällt. Mit dem Rating will das Unternehmen aus Hamburg Aussagen über die wichtigsten Aspekte der Versicherer treffen: Kosten, Solidität und Wachstum.

Deutliche Unterschiede zwischen Ratings von Morgen & Morgen und Ascore

Während das Analysehaus Morgen & Morgen im August 2019 ein eher schwächeres Bild der Branche zeichnete, kommen die Analysten von Ascore zu einem besseren Ergebnis. Über ein Drittel der untersuchten Unternehmen hatte sich nach der Interpretation von Morgen & Morgen mit einer unterdurchschnittlichen Bewertung begnügen müssen. In der aktuellen Auswertung aus dem Hause Ascore schneiden dagegen immerhin 26 von 32 Unternehmen mindestens mit der "sehr guten" Benotung ab.

Die besten Bewertung sicherten sich die Versicherere Arag, LVM, R+V und Universa. Alle vier Unternehmen erreichten die Höchstbenotung von sechs Kompassen und das bedeutet ein „herausragend“. Gleich elf Versicherer sammeln sich auf dem zweiten Rang und wurden mit fünf Kompassen oder "ausgezeichnet" belohnt. Über diese Bewertung freuen sich die Allianz, Alte Oldenburger, Barmenia, Debeka, DEVK, Hallesche, Hanse Merkur, Inter, Münchener Verein, Provinzial sowie Signal Iduna.

Ebenfalls elf Versicherer erhielten vier Sternchen zugesprochen. Zu diesen Gesellschaften zählen Axa, Central, Concordia, DKV, Gothaer, Huk-Coburg, Landeskrankenhilfe, Mecklenburgische, Nürnberger, Süddeutsche und Württembergische. Im Mittelfeld mit drei Kompassen finden sich in Summe fünf Versicherer wieder. Dazu gehören unter anderem Bayerische Beamten, Continentale, Ergo, Union und Vigo. Diese Unternehmen wurden immerhin noch mit "gut" eingeordnet.

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Lediglich eins der untersuchten Unternehmen musste sich nach der Interpretation von Ascore mit einer "ausreichenden" Bewertung begnügen. Mit zwei Kompassen musste die Pax-Familienfürsorge Vorlieb nehmen. Die niedrigste Note wurde indes nicht vergeben. Zum Vergleich: Im Rating von Morgen & Morgen hatten ein Drittel der untersuchten Unternehmen eine unterdurchschnittliche Bewertung. Mit zwei Sternchen ("schwach") Vorlieb nehmen mussten vier Gesellschaften. Dazu zählen die Barmenia, Concordia, DKV und Nürnberger. Die Versicherer BBKK, Continentale, Huk-Coburg, Pax-Familienfürsorge, UKV und Württembergische bekamen gar nur ein Sternchen verliehen und damit ein "sehr schwach". Insgesamt zeigt sich die neue Benotung aus dem Hause Ascore mit deutlich weniger Abstufungen. Statt 13 Kategorien sind es nun nur noch sechs Stufen - wobei vier Bewertungen mindestens gut oder besser sind.