Die eigene Arbeitskraft ist für die meisten Menschen die wichtigste finanzielle Grundlage. Fällt das Einkommen durch Krankheit oder gesundheitliche Einschränkungen dauerhaft weg, geraten viele Haushalte schnell unter Druck. „Der Verlust der Arbeitskraft gehört zu den größten finanziellen Risiken. Ohne private Absicherung entstehen schlimmstenfalls erhebliche Lücken“, sagt BdV-Vorständin Bianca Boss.

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Nach Berechnungen der Deutschen Aktuarvereinigung wird durchschnittlich jede vierte Person mindestens einmal im Berufsleben berufsunfähig. Entsprechend hoch sei die Bedeutung einer privaten Absicherung, betont der Verbraucherschutzverein.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) kann das Risiko auffangen, indem sie im Leistungsfall eine monatliche Rente zahlt. Die BU gilt dabei als umfassenderer Schutz, ist aber in vielen Berufen deutlich teurer als eine EU-Versicherung. Kritisch sieht der BdV sogenannte Ausweichprodukte wie Grundfähigkeits-, Krebs- oder Unfallversicherungen. Diese würden keinen gleichwertigen Schutz gegen den Verlust der Arbeitskraft bieten.

„Diese Verträge leisten nur bei bestimmten Erkrankungen oder Unfallfolgen. Sie ersetzen keine BU oder EU, weil nicht der Verlust der Arbeitskraft abgesichert ist, sondern einzelne gesundheitliche Ereignisse“, erklärt Boss.

Ob ein Vertrag zustande kommt und zu welchen Bedingungen, hängt maßgeblich von der individuellen Risikoprüfung der Versicherer ab. Gesundheitszustand, Beruf oder riskante Hobbys können Einfluss auf Beiträge und Leistungsumfang haben. „Abhängig von Gesundheitszustand, beruflicher Tätigkeit und weiteren Angaben – beispielsweise zu Risikosportarten – kann das von normaler Annahme bis hin zu Zuschlägen, Leistungsausschlüssen oder Ablehnung reichen“, so Boss.

Besonders wichtig seien laut BdV vollständige und korrekte Angaben im Antrag. Fehler oder ausgelassene Informationen könnten später zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.

Da sich die Annahmepolitik der Versicherer teilweise deutlich unterscheide, raten die Verbraucherschützer zu einer professionellen und anbieterunabhängigen Beratung. Gerade bei Vorerkrankungen könne zudem eine anonymisierte Risikovoranfrage sinnvoll sein. „Welche Absicherung im Einzelfall bedarfsgerecht, sinnvoll und realistisch ist, lässt sich ohne fachliche Unterstützung kaum überblicken“, sagt Bianca Boss. „Entscheidend ist, wie Versicherer die individuellen Angaben bewerten.“