Anzeige

Die Auslagerung von Kapitalanlagen gewinnt in der Versicherungsbranche weltweit weiter an Bedeutung. Das zeigt der neue „Insurance Investment Outsourcing Report 2026“ (IIOR) von Clearwater Analytics und DCS Financial Consulting. Demnach umfasst das von externen Vermögensverwaltern betreute Versicherungsvermögen inzwischen 5,5 Billionen US-Dollar. Das ist ein Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr und sogar 65 Prozent mehr als noch 2021. Zusätzlich verwalten Anlageberatungsgesellschaften weitere 1,8 Billionen US-Dollar beratener Vermögen. Versicherer setzen damit zunehmend auf externe Spezialisten, um die wachsende Komplexität ihrer Kapitalanlagen zu bewältigen.

Besonders gut entwickelt sich dabei der Bereich der Private Markets. Die extern verwalteten Versicherungsvermögen in privaten Märkten haben sich seit 2021 mehr als verdoppelt und erreichen inzwischen 947 Milliarden US-Dollar. Zusammen mit börsennotierten Anlagen machen sie mittlerweile rund ein Drittel aller ausgelagerten Versicherungsallokationen aus.

Versicherer investieren dabei längst nicht mehr nur in klassische Privatplatzierungen. Stattdessen gewinnen Mittelstandsfinanzierungen, Infrastrukturanleihen und strukturierte Kreditprodukte zunehmend an Bedeutung. Laut Report bieten inzwischen 67 Prozent der teilnehmenden Vermögensverwalter Strategien für private festverzinsliche Anlagen zusätzlich zu traditionellen Börsenstrategien an.

Auch geografisch verschiebt sich das Kräfteverhältnis. Europa und Großbritannien entwickeln sich laut Report zu einer immer stärkeren Kraft im Markt für ausgelagerte Versicherungsanlagen. Die verwalteten Vermögen in der Region stiegen binnen eines Jahres um 32 Prozent und haben sich seit 2021 von 1,0 auf 2,1 Billionen US-Dollar mehr als verdoppelt. Damit entfallen inzwischen 38 Prozent der weltweit ausgelagerten Versicherungsvermögen auf Europa und Großbritannien.

„Der IIOR 2026 zeigt: Die Branche befindet sich in einem Wandel, der sich nicht allein mit Zahlen beschreiben lässt. Private Markets haben eine neue Größenordnung erreicht, Europa hat das Kräfteverhältnis verschoben, und die Komplexität, die diese Branche heute über Anlageklassen, Regionen und Regulierungsräume hinweg bewältigen muss, wächst stetig", erklärt Clearwater-CEO Sandeep Sahai.

Zugleich verliert Nordamerika seine dominante Stellung im Outsourcing-Markt. Zwar wachsen die dortigen verwalteten Vermögen weiterhin solide um zwölf Prozent, doch APAC- und Offshore-Märkte legen prozentual noch deutlich stärker zu. Für Vermögensverwalter wird internationale Präsenz damit immer wichtiger.

„Der IIOR 2026 macht eines unmissverständlich klar: Externe Vermögensverwaltung ist das neue Standardmodell, mit dem Versicherer weltweit ihr Kapital anlegen", sagt Steve Doire, Inhaber von DCS Financial Consulting und Strategic Advisor von Clearwater Analytics. Besonders auffällig sei dabei die steigende Nachfrage nach externer Expertise bei komplexen Anlageprogrammen.

Parallel verschärft sich der Wettbewerb unter den Vermögensverwaltern. Während die zehn größten Anbieter vor zehn Jahren noch 70 Prozent des verwalteten Vermögens kontrollierten, liegt ihr Anteil inzwischen nur noch bei 59 Prozent. Vor allem spezialisierte und mittelgroße Anbieter gewinnen Marktanteile. Das geschieht insbesondere dann, wenn sie über ausgewiesene Versicherungsexpertise, regionale Stärke oder Kompetenzen in den Private Markets verfügen.