Sechstbeste CR: HUK-Coburg Allgemeine (97,73 Prozent)
Kaum ein Anbieter steht 2024 so deutlich für die Wirkung der Tarifkorrekturen wie die HUK-Coburg Allgemeine. Nach einem der schwersten Ergebniseinbrüche der jüngeren Branchengeschichte gelang der größten Kfz-Tochter des HUK-Konzerns die markanteste Kehrtwende im gesamten Markt. Im Krisenjahr 2023 hatte die Gesellschaft eine Schaden-Kosten-Quote von 112,93 Prozent ausgewiesen und einen versicherungstechnischen Verlust von minus 223,46 Millionen Euro verbucht – der höchste Fehlbetrag aller untersuchten Anbieter.

- Kfz-Versicherung: Die Schaden-Kosten-Sieger 2024
- Elftbeste CR: Allianz Versicherungs-AG (99,26 Prozent)
- Zehntbeste CR: ADAC Autoversicherung (99,20 Prozent)
- Neuntbeste CR: Fahrlehrerversicherung VaG (99,11 Prozent)
- Achtbeste CR: VHV Allgemeine Versicherung (98,20 Prozent)
- Siebtbeste CR: Cosmos (97,56 Prozent)
- Sechstbeste CR: HUK-Coburg Allgemeine (97,73 Prozent)
- Fünftbeste CR: Dialog Versicherung (97,30 Prozent)
- Viertbeste CR: Helvetia Direktion für Deutschland (96,09 Prozent)
- Drittbeste CR: AXA (94,63 Prozent)
- Zweitbeste CR: Provinzial Nord Brandkasse (93,39 Prozent)
- Beste CR: AXA Easy (84,61 Prozent)
2024 dreht das Bild vollständig: Die Schaden-Kosten-Quote sinkt auf 97,73 Prozent und erreicht damit Rang sechs unter allen fünfzig Gesellschaften. Gleichzeitig erzielt die HUK-Coburg Allgemeine mit 90,93 Millionen Euro das beste versicherungstechnische Ergebnis der gesamten Branche. Damit gelingt ihr, was den anderen Konzerntöchtern noch verwehrt bleibt: Die HUK-Coburg VVaG kommt 2024 auf eine Quote von 102,42 Prozent, die HUK24 sogar auf 107,82 Prozent.
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Mehrjahresbetrachtung: Belastung sichtbar, Basis tragfähig
Im Zeitraum von 2019 bis 2024 lag die Schaden-Kosten-Quote der HUK-Coburg Allgemeine zweimal oberhalb der Kostendeckungsgrenze: 2022 mit 102,46 Prozent und 2023 mit 112,93 Prozent. Der Sechsjahresschnitt beträgt dennoch 98,51 Prozent und bleibt damit knapp im auskömmlichen Bereich. Die Zahlen zeigen: Die massive Krise der Jahre 2022 und 2023 war kein struktureller Dauerzustand, sondern Ausdruck einer zeitweise nicht mehr tragfähigen Preis-Schaden-Relation.
Auch beim versicherungstechnischen Ergebnis spiegelt sich diese Volatilität wider. Nach Verlusten von minus 59,85 Millionen Euro im Jahr 2022 und minus 223,46 Millionen Euro im Jahr 2023 fällt die Rückkehr in die Gewinnzone 2024 umso deutlicher aus. Der Durchschnitt des versicherungstechnischen Ergebnisses 2019 bis 2024 liegt bei 31,25 Millionen Euro und bleibt damit positiv – trotz der extremen Ausschläge der beiden Krisenjahre.
Preisstrategie: Korrektur bei weiterhin niedriger Positionierung
Auffällig ist die Entwicklung der Durchschnittsprämien je Vertrag. Zwischen 2019 (198,26 Euro) und 2021 (184,83 Euro) senkte die HUK-Coburg Allgemeine ihre Tarife spürbar – eine Phase, die rückblickend zur erhöhten Anfälligkeit in den Folgejahren beitrug. Erst ab 2022 setzte eine vorsichtige Gegenbewegung ein.
2023 stieg die Durchschnittsprämie auf 197,99 Euro, 2024 folgte ein deutlicher Schritt auf 223,95 Euro. Das entspricht gegenüber 2023 einem Anstieg von rund 13 Prozent. Trotz dieser Korrektur bleibt die Gesellschaft preislich sehr niedrig positioniert: Rang zweiundvierzig von fünfzig macht sie zum neuntgünstigsten Anbieter im Markt – und zugleich zur teuersten Kfz-Gesellschaft innerhalb des HUK-Konzerns. Der Preisabstand zu Wettbewerbern wie der Allianz Versicherungs-AG bleibt damit erheblich.
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Volumenstärke als Stabilitätsfaktor
Mit gebuchten Bruttoprämien von 2,509 Milliarden Euro im Jahr 2024 erreicht die HUK-Coburg Allgemeine einen Marktanteil von 7,38 Prozent und belegt Rang zwei bei getrennter Betrachtung der Kfz-Gesellschaften nach Rechtsform. Sie ist damit die zweitgrößte Kfz-Einzelgesellschaft im Markt.
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Zu beachten ist jedoch die konzernweite Perspektive: Rechnet man die HUK-Coburg Allgemeine, die HUK-Coburg VVaG und die HUK24 zusammen, bleibt der HUK-Konzern der unangefochtene Marktführer im deutschen Kfz-Geschäft. Innerhalb dieses Verbunds ist die HUK-Coburg Allgemeine der zentrale Ergebnis- und Volumenträger – und 2024 zugleich der Beleg dafür, dass selbst ein stark preisgetriebenes Expansionsmodell unter veränderten Rahmenbedingungen wieder in die Gewinnzone zurückgeführt werden kann.
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