Jeder kennt das seltsam vertraute Gefühl, eine Situation genauso schon einmal erlebt oder gesehen zu haben. Oft scheint man sogar zu wissen, was als Nächstes kommt – irgendwie ein bisschen unheimlich. Es gibt aber einige Menschen, bei denen die Déjà-vus permanent auftreten: Selbst aktuelle Nachrichten zum Thema Beitragserhöhungen glaubt man schon mehrmals gesehen zu haben. Genauso wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Fatal dabei: Das ist keine Täuschung. Das ist die traurige Realität.

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Ralf Pispers ist Geschäftsführer der PBM Personal Business Machine AGPBM Personal Business Machine AG

Denn jede fünfte gesetzliche Krankenversicherung wird teurer - ein Dauer-Déjà-vu für fast alle. 19 der 97 gesetzlichen Krankenkassen haben zum Jahreswechsel den Zusatzbeitrag erhöht. Mehr als ein Viertel der 73 Millionen gesetzlich Versicherten wurden in den ersten paar Wochen des neuen Jahres von ihren Krankenkassen über die Steigerung ihres Zusatzbeitrags 2022 informiert.

In den nächsten Jahren könnten die Beiträge noch weiter steigen. Frust? Vorprogrammiert auf beiden Seiten. Die Versicherten möchten genau wissen, wieso, weshalb und warum sich der Beitrag verändert. Die Krankenkassen stehen vor der Mammutaufgabe, Millionen von Menschen von der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit steigender Beiträge zu überzeugen. Denn egal wie sehr Corona die Krankenversicherer finanziell gebeutelt haben mag, Beitragserhöhungen kommen bei den Versicherten nie gut an.

Versicherungen – Good News, bitte!

Erzählerische Wellness – das fehlt den Krankenkassen. Ich meine das gar nicht zynisch oder verächtlich. Man kann über alles reden. Der entscheidende Faktor dabei: Kontext und die Art und Weise, wie man kommuniziert. Wie hat nochmal Max Frisch gesagt? „Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen“. Und was machen die Krankenkassen? Begründet werden die höheren Prämien am häufigsten mit „allgemein steigende Kosten in der Gesundheitswissenschaft“ (59,9 Prozent) oder mit „höheren Kosten für medizinische Behandlungen“ (28,9%). Doch das kommt bei den Versicherten nicht an.

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Unsere Umfrage aus dem Februar 2021, die wir gemeinsam mit adessso experience und appino durchgeführt haben, zeigt deutlich: 58 Prozent der Befragten können die Begründung der Kostenerhöhung nicht ganz nachvollziehen. Fatal dabei: 38 Prozent der Versicherten überlegen, deshalb den Anbieter zu wechseln. Dieser Wert sollte spätestens jetzt in der Branche dafür sorgen, dass man dem Kundendialog mehr Aufmerksamkeit schenkt.

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