In Zeiten von Null- und Niedrigzinsen spielt die Kapitalbildende Lebensversicherung (KLV) eine immer geringere Rolle im Produkt-Portfolio der Lebensversicherer. Zugleich nimmt die Bedeutung fondsgebundener Produkte zu. Das Versprechen: Versicherungsnehmer sollen in Zeiten niedriger Zinsen von steigenden Börsenkursen profitieren. So bestimmten index- und fondsgebundene Produkte – mit einem Anteil von 26,5 Prozent – in 2019 auch das Neugeschäft. Zudem wuchs ihr Marktanteil um 4,1 Prozent gegenüber 2018. Die neuen Produktkategorien sind auf dem Vormarsch (Versicherungsbote berichtete).

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Fondspolice: Das ungeliebte Stiefkind des Fondssparplans?

Eine dieser Produktkategorien ist die Fondspolice bzw. die fondsgebundene Rentenversicherung. Diese kombiniert eine private Rentenversicherung mit einem Fondssparplan. Das Versprechen: Weil Sparanteile der Beiträge in Fonds angelegt werden, sollen sie durch hohe Renditen an den Finanzmärkten auch der aktuellen Niedrigzinsphase trotzen.

Jedoch: Insbesondere gegenüber Fondssparplänen gerieten die Produkte in der Vergangenheit unter Rechtfertigungsdruck. So schrieben die Verbraucherschützer von test.de: Die Produkte seien „häufig teuer und unrentabel“. Kritisiert wurden hohe Abschluss- und Verwaltungskosten bei geringer Flexibilität durch die konkrete Gestaltung der Verträge.

Das bedeutet aber nicht, dass man völlig die Finger von den Fondspolicen lassen soll. Ein oft geäußertes Argument für die Fondspolice: Die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos bei Wahl einer dauerhaften Rentenzahlung nach der Ansparphase, ebenso der Todesfallschutz für Hinterbliebene – beides leistet ein Fondssparplan nicht. Auch könnten Fondspolicen aus steuerlichen Gründen interessant werden. Das gilt besonders dann, wenn nach Ende der Laufzeit keine Kapitalabfindung, sondern eine Rentenzahlung gewählt wird (Versicherungsbote berichtete).

Indexpolicen: Die Sache mit dem Hebel

Die zweite wichtige Produktkategorie sind Indexgebundene Rentenversicherungen oder sogenannte Indexpolicen. Die Produkte kommen mit einem verheißungsvollem Versprechen daher: Sicher sollen die Produkte sein wie „klassische“ Lebensversicherungen, zugleich aber können Anleger an der Entwicklung eines Börsenindex partizipieren (Versicherungsbote berichtete). Wer aber meint, in Zeiten niedriger Zinsen sei den Versicherern mit Indexpolicen eine Art Quadratur des Kreises gelungen, der muss sich auf dem zweiten Blick bescheiden.

Denn zum Ersten werden Beiträge und Guthaben bei Indexpolicen ebenfalls – wie bei Produkten der „Klassik“ — fast vollständig im konservativ gehandhabten Sicherungsvermögen bzw. Deckungsstock angelegt. Die angelegten Gelder dürfen durch einen hohen Anteil festverzinslicher Wertpapiere dadurch zwar als „sicher“ gelten, die Rendite aber leidet wie bei klassischen Leben-Produkten unter dem Niedrigzins. Investiert an der Börse hingegen werden nur die Überschüsse aus der Anlage im Sicherungsvermögen.

Aber auch diese Überschüsse finden nur auf sehr vermittelte Weise ihren Weg an die Börsen. Denn zum Zweiten finden keineswegs direkte Investments in den Index statt. Stattdessen sind komplizierte Options- und Hebelgeschäfte nötig, um die Sicherheit der überschüssigen Gelder zu garantieren – weswegen der Versicherer gegen Gebühr Risiken auslagert und einen Partner auf die Entwicklung eines Index „wetten“ lässt.

Zum Dritten hat dieses Konstrukt aber auch seinen Preis für den Kunden. Wird doch der Gewinn aus diesen Anlagen in Optionsgeschäfte für den Kunden bei einer Obergrenze „gekappt“. Freilich: Keineswegs nimmt der Kunde diesen als „Cap“ bezeichneten Rendite-Deckel ohne Gegenleistung hin.

Fällt nämlich die Jahresrendite jenes Index, in den investiert wurde, negativ aus, wird die Rendite des Sparers für dieses Jahr auf null gesetzt. Folglich "bleibt" das Vertragsguthaben auf dem alten Stand erhalten. Dass ein solches Garantiegeschäft durchaus auch im Sinne des Kunden sein kann, zeigt die Entwicklung des Dax in 2018: Der Aktienindex der 30 umsatzstärksten deutschen Unternehmen, die an der Frankfurter Börse gelistet sind, verlor in dem Jahr über 16 Prozent an Wert. Diesen Verlust hätte ein Kunde bei einem Direktinvestment in den DAX ebenfalls zu beklagen.

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Hintergrund: Der neue MAP–Report mit der Nummer 919 weist verdiente Bruttobeiträge bei index- und fondsgebundenen Lebensversicherungen aus. Dies erlaubt, eine Liste der Marktführer bei diesen neuen Produkten zu erstellen. Der Report kann mit weiteren Ausgaben des Traditions-Ratings auf der Webseite von Franke und Bornberg bestellt werden.