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Kommentar

Im Zweifel für den Fonds-Sparplan

Welches Produkt ist das Bessere für die Altersvorsorge - Fondspolice oder ein Sparplan in einen Investmentfonds?qimono/Pixabay

Welche Produkte können Vermittler dem Kunden überhaupt noch ruhigen Gewissens anbieten? Diese Frage wird angesichts der Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank immer schwerer zu beantworten. Für Versicherer wird der Druck ob der gut verzinsten Altverträge immer höher. Einige Anbieter haben sich bereits dazu hinreißen lassen, ihren Kunden eine Kündigung der Verträge ans Herz zu legen. Woraufhin der Verbraucherschutz Sturm lief.

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Der Markt probiert sich daher in alternativen Konzepten - ohne oder mit eingeschränkten Garantien. Weitere beliebte Optionen sind fondsgebundene Lebensoder Rentenversicherungen. Diese Produkte hatten 2015 einen Anteil von 16,2 Prozent am Neugeschäft der Lebensversicherer. In der Summe wurden immerhin 827.400 Verträge neu abgeschlossen. Das geht aus dem Statistischen Jahrbuch 2016 des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor.

Wie kompetent sind Versicherungsvermittler in Sachen Kapitalanlagen?

Bei fondsgebundenen Policen ist der gesamte oder ein wesentlicher Teil des Leistungsanspruchs, wie bei Kapitalanlagen, direkt an die Wertentwicklung von bestimmten vertraglich vereinbarten Fondsanteilen gebunden. Allerdings gelten bei Beratungsfehlern nicht die strengeren Kapitalanlagegrundsätze.

Wird bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung vom Kunden ein Beratungsfehler geltend gemacht, stellt sich die Frage, welche Voraussetzungen für den behaupteten Schadensersatzanspruch maßgeblich sind. Denn die Haftung für Beratungsfehler beurteilt sich bei Versicherungen anders als bei Kapitalanlagen. Während für die Vermittlung einer Kapitalanlage die Sachkunde hierfür nachgewiesen werden muss beziehungsweise der Status des „Alten Hasen“ herangezogen wird - die Vermittler also stets eine Erlaubnis nach § 34 f GewO benötigen, so fehlt diese Grundlage für die Vermittlung von Fondspolicen in Gänze. Erst kürzlich preschte der Verbund Deutscher Honorarberater (VDH) mit einer angriffslustigen Formulierung hervor. „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ hieß es in einer Pressemitteilung. Im Visier des Honorarberater-Lobbyverbands stehen Versicherungsvermittler, die keine Sachkunde in der Anlagenberatung vorweisen können aber trotzdem zu Fonds-Policen beraten. Den Vermittlern mangle es schlicht an der nötigen Sachkunde für die Beratung zu Investmentprodukten.

Der Verband verweist zudem auf die strengen Ansprüche an eine Anlageberatung. Der Vermittler muss vorab ein detailliertes Kundenprofil zur Risikobereitschaft des Kunden erstellen. Zu berücksichtigen sind hierbei Erfahrungen, Kenntnisse sowie die finanziellen Verhältnisse des Verbrauchers. Hier werde mit zweierlei Maß gemessen, denn die Dokumentationspflichten zu Fondspolicen seien „leider nicht annähernd so streng und ausführlich wie im Investmentsektor“, kritisiert VDH-Chef Dieter Rauch. Abhilfe könnte hier zum Beispiel eine gesetzliche Pflicht schaffen, dass die Vermittler von Fondspolicen sowohl ihre Sachkunde in Versicherungsfragen als auch in Sachen Kapitalanlage nachweisen müssen.

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Mit Blick auf Versicherungsmakler weist die IHK jedoch keine gesonderte Statistik aus, welcher Vermittler sowohl eine Sachkunde nach § 34d als auch § 34f GewO erworben hat. Aber es lässt sich ein Trend hin zu mehr Finanzanlage-Sachkunde erkennen. Die Zahl der Finanzanlagenvermittler mit Erlaubnis nach § 34f Gewerbeordnung (GewO) ist im Januar 2017 auf 37.229 gestiegen. Das bedeutet ein Plus von gut zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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