Viele Anleger und auch Vermittler unterschätzen in diesem Zusammenhang die langfristige Rolle des Zinseszins. Er ist gerade im Niedrigzins-Umfeld das stärkste Argument gegen dauerhafte Zinsanlagen und für eine Anlage in Fonds.

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Beispielhaft seien hier die Anlagezeiträume 20 und 40 Jahre gegenübergestellt. Während bei einer Anlage über 20 Jahre eine Endsumme von 37.083,05 Euro steht, werden bei einer Anlage über 40 Jahre immerhin 143.031,86 Euro erwirtschaftet. Als Basis wurde ein monatlicher Fondssparplan mit 100 Euro, einem Ausgabeaufschlag von 5 Prozent, einem Depotentgelt von 25 Euro pro Jahr und einem kalkulierten Kursgewinn von sechs Prozent angenommen. Bereits abgezogen wurden zudem die Abgeltungssteuer und der Soli-Beitrag.

Selbst wenn nun der ein oder andere Vermittler schreien möge, dass die Anlage in einer Fondspolice steuerlich günstiger sei. Schließlich waren die Kapitalerträge von Fondspolicen bis Ende 2004 komplett steuerfrei - wenn die Verträge mindestens fünf Jahre Beiträge bespart wurden und der Vertrag mindestens zwölf Jahre lief.

Seit der Einführung des Alterseinkünftegesetzes 2005 gilt für Lebensversicherungen, dass deren Kapitalertrag zur Hälfte besteuert wird. Dafür muss der Vertrag ebenso mindestens 12 Jahre bestand haben. Zudem darf die Police nicht vor dem 60. Lebensjahr des Versicherten ausgezahlt werden. Seit 2012 liegt die Grenze bei 62 Jahren.

Doch der steuerliche Vorteil der Fondspolice als Altersvorsorge ist nur die halbe Wahrheit, wenn eben nur an die finalen Erträge und nicht an die zusätzlichen Absicherungsmöglichkeiten über einen Versicherungsmantel gedacht wird. Dann kann eine Fondspolice, ob der Kostenstruktur insbesondere in den Anfangsjahren, eben nicht den gleichen Ertrag, wie der vergleichbare Fonds, erwirtschaften.

Wie viel Vermittler mit Fonds verdienen können? Diese Frage möchte ich Martin Eberhard beantworten lassen. Der Versicherungsmakler hatte diese Frage in einem exklusiven Interview mit Versicherungsbote wie folgt beantwortet: „So viel man möchte! Die Rechnung ist ganz einfach – Pro Million Bestand reden wir über 10.000 Euro im Jahr, das sind 800 Euro im Monat. Fragen Sie mal einen Handwerker, wie lange dieser für 800 Euro Gehaltserhöhung schuften muss und überlegen Sie sich doch mal, wie einfach es ein Finanzdienstleister hat.

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Wir reden bei einem Million Bestand über ca. 30 Kunden. Das ist im Schnitt ein Depot alle zwei Wochen. Ich frage mich oft, was die Kollegen mit Ihrer Zeit so machen, die ständig jammern es geht nichts am Markt!“