„Die Nachfrage nach privaten Krankenversicherungen ist ungebremst. Die Menschen in unserem Land legen großen Wert auf eine gehobene medizinische Versorgung“, so Thomas Brahm, Vorstands­chef der Debeka noch im März diesen Jahres, als Rekordzuwächse in der Privaten Krankenversicherung gemeldet werden konnten. Die Feierlaune bei den Koblenzern dürfte inzwischen aber getrübt sein. Der Marktführer im PKV-Bereich kündigte Beitragsanpassungen (BAP) zum Jahreswechsel an und muss auch das unvermeidliche „Rauschen im Blätterwald“ aushalten: Von „drastischen Prämienanstieg“ (Ärzte Zeitung) oder „Beitragsschock“ (Versicherungsmonitor) ist da die Rede. Nicht grundlos; selbst Debeka-Vorstand Roland Weber nennt die geplante Erhöhung „eine der stärksten Anpassungen bei der Debeka.“

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Wie hoch die Beitragsanpassung ausfallen soll

Nach vier Jahren ohne Anpassung soll der Beitrag im Durchschnitt um 17,6 Prozent steigen. Am stärksten fällt die BAP bei älteren Bisex-Tarifen aus:

  • Unisex-Tarife (seit 2012)
    Rechnungszins von 2,75 auf 2,3
    BAP: 10-14 Prozent
  • ältere Bisex-Tarife
    Rechnungszins von 3,2 auf 2,3
    BAP: 15-20 Prozent

Von der BAP sind rund 2,4 Millionen Vollversicherte betroffen. Für Arbeitnehmer und Selbstständige soll die BAP über zwei Jahre gestreckt werden. Wer auf Wahlleistungen verzichtet, um Prämien zu senken, kann nach zwei Jahren ohne erneute Gesundheitsprüfung zum alten Leistungsniveau zurückkehren. Im Pflegebereich ist keine Beitragsanpassung zum 01.01.2021 geplant.