Das Analysehaus Franke und Bornberg hat zum fünften Mal das Leistungsverhalten deutscher BU-Versicherer unter die Lupe genommen. Für die aktuelle Studie hat sich das Unternehmen mit Sitz in Hannover das Regulierungsverhalten aus dem Jahr 2018 angeschaut.

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In Summe seien per Stichproben 73.475 Regulierungen von BU-Leistungsfällen geprüft worden. In diesem Jahr haben sich fünf BU-Versicherer in die Karten schauen lassen: Generali, ERGO, HDI, Nürnberger und Zurich. Insgesamt haben diese Versicherer rund 21.722 Neuanmeldungen von BU-Leistungsfällen gezählt (32.800). In der aktuellen Auswertung fehlen mit der Allianz und der Swiss Life zwei Teilnehmer aus dem Vorjahr. Dafür ist die Zurich in der diesjährigen Studie vertreten.

Im Ergebnis spiegelt sich der Vorwurf an die Versicherer, sie würden im Falle der Berufsunfähigkeit die Leistung verweigern und die Verbraucher in jahrelange Rechtsstreite verwickeln, jedoch nicht wieder. Denn nach den Erkenntnissen von Franke und Bornberg gehen vier von fünf Leistungsentscheidungen (rund 80 Prozent) zu Gunsten der Versicherten aus. In der Auswertung der Zahlen aus dem Jahr 2017 waren es noch 82,86 Prozent.

Je nach Rentenhöhe schwankt der Anteil der Anerkennungen jedoch deutlich. So liege die Leistungsquote bei BU-Renten zwischen 901-1.500 Euro bei 74,5 Prozent - zwischen 2.401-2.700 Euro liege der Wert sogar nur bei 72,2 Prozent. Die höchsten Leistungsquoten liegen bei der Rentenhöhe von 300-600 Euro (81,2 Prozent) sowie bei 3.001-3.300 Euro. Allerdings sind Monatsrenten über 2.700 Euro eher selten anzutreffen.

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Laut Studie würden Berufsunfähigkeitsrenten für Versicherte zwischen dem 46. und 58. Lebensjahr besonders häufig bewilligt. Bei jungen Erwachsenen im Alter von 17 bis 35 Jahren liege die Ablehnungsquote dagegen deutlich über dem Durchschnitt. Das sei vor allem auf die Wirkung der vorvertraglichen Anzeigepflicht zurückzuführen. Fast die Hälfte aller Ablehnungen (47 Prozent) wegen Verletzung der Anzeigepflicht entfallen auf diese Altersgruppe.