Das Analysehaus Franke und Bornberg hat zum sechsten Mal das Leistungsverhalten deutscher BU-Versicherer unter die Lupe genommen. Für die aktuelle Studie hat sich das Unternehmen mit Sitz in Hannover das Regulierungsverhalten aus dem Jahr 2019 angeschaut.

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In Summe seien per Stichproben 145.836 Regulierungen von BU-Leistungsfällen geprüft worden. In diesem Jahr haben sich sieben BU-Versicherer in die Karten schauen lassen: Allianz, Ergo, Generali, Gothaer, HDI, Nürnberger und Zurich. Diese Unternehmen vereinen etwa 7,1 Millionen Versicherte und damit mehr als 50 Prozent des Marktes. In der aktuellen Auswertung sind mit der Allianz und der Gothaer zwei Teilnehmer hinzugekommen, die in der vergangenen Studie nicht vertreten waren. Insgesamt haben diese Versicherer rund 31.771 Neuanmeldungen von BU-Leistungsfällen gezählt.

Im Ergebnis spiegelt sich der Vorwurf an die Versicherer, sie würden im Falle der Berufsunfähigkeit die Leistung verweigern und die Verbraucher in jahrelange Rechtsstreite verwickeln, jedoch nicht wieder. Denn nach den Erkenntnissen von Franke und Bornberg gehen vier von fünf Leistungsentscheidungen (79,04 Prozent) zu Gunsten der Versicherten aus. In der Auswertung der Zahlen aus dem Jahr 2018 waren es noch 83 Prozent.

Auch, dass Verbraucher sich überproportional oft mit ihrem Versicherer vor Gericht zoffen müssen, konnte die Studie nicht bestätigen. Wobei hier relativiert werden muss. Von den Anerkenntnissen erfolgen 95 Prozent bedingungsgemäß. Lediglich ein Prozent der BU-Renten wurden vor Gericht erfochten. Über die Hälfte der Prozesse (57,71 Prozent) münden in einem Vergleich. Bei drei von zehn Rechtsstreiten (29,33 Prozent) gewinnt der Versicherer. Etwa jede achte juristische Überprüfung (12,95 Prozent) wird für den Versicherungsnehmer entschieden.

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Auffallend ist jedoch, dass jeder 25. Fall (4 Prozent) mit einer individuellen Vereinbarung beigelegt wurden, etwa in Form eines Vergleichs vor Gericht. Beachtlich ist zudem, dass jeder zehnte anerkannte Leistungsfall (10,5 Prozent) eine befristete Leistungsdauer hat oder auf einer Individualvereinbarung basiert.

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