Zum wiederholten Male wirbt David Stachon, Vorstand für Digitalisierung und unabhängige Vertriebe der Generali Deutschland, nun in einem Interview für den Umbau des deutschen Vertriebsgeschäfts. Zum wiederholten Male umwirbt er dabei auch die Maklerschaft und möchte Maklern den Umbau schmackhaft machen. Und doch: Ein Widerspruch zu den Beschwichtigungen fällt auf, wenn Stachon zugleich zugibt, dass der Markennamen der Generali den Betriebskanal der DVAG stärken soll. Der Versicherungsbote stellt die jüngsten Äußerungen zu den Plänen des italienischen Versicherungsriesen aus einem Interview mit dem Portal "Fonds Professionell" vor.

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Drei Marken, drei Vertriebskanäle und damit drei Säulen des Geschäftes: Die Generali arbeitet gerade an einem radikalen Umbau des Vertriebs. Denn Vertriebskanäle sollen zukünftig strikt getrennt werden, ihnen werden strikt getrennte Marken und Produkte zugeordnet. Während Verträge der Generali in Zukunft ausschließlich von der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) verkauft werden sollen, wird das ausschließliche Online-Geschäft über Cosmos Direkt abgewickelt.

Den Maklern hingegen steht in Zukunft nur noch die Marke Dialog Versicherung zur Verfügung – hierzu wird zum Beispiel das Sachgeschäft von der Generali Versicherung in München auf die neu zu gründende Dialog Versicherung in Augsburg übertragen. Bedingung: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gibt für diesen Schritt die Erlaubnis (der Versicherungsbote berichtete).

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Die Sorge: Makler sollen in die Bedeutungslosigkeit gedrängt werden

Ein solcher Umbau aber schürt auch Ängste, wie vergangene Diskussionen zu den Plänen zeigten: Besonders Makler befürchten, für das Generali-Geschäft ins Abseits und in die Bedeutungslosigkeit gedrängt zu werden. Zum einen weckt Misstrauen, wenn die Kernmarke des Konzerns zukünftig nur der DVAG und damit der Ausschließlichkeit vorbehalten bleibt. Zum anderen ließen Pläne wie eine strikte Trennung der Produktkategorien vermuten: Im Zuge zunehmender Digitalisierung wird zukünftig auch der Direktversicherer Cosmos Direkt gegen die Makler in Stellung gebracht, insbesondere beim Sach-Geschäft. Stachon aber hält diese Sorgen für unbegründet. Aus diesem Grund versuchte der Vorstand nun wiederholt, auch die Maklerschaft für den Konzernumbau zu gewinnen. „Keinerlei Einbußen“ gäbe es, äußerte er gegenüber "Fonds Professionell". Stattdessen beschwört der Vorstand Vorteile aufgrund einer bedarfsgerechten Trennung der Vertriebskanäle – wie zuvor schon gegenüber Cash Online (der Versicherungsbote berichtete).