David Stachon ist nicht nur Vorstandsvorsitzender der Cosmos Direct, sondern beim Mutterkonzern Generali auch als Vorstand für den Makler- und Digitalvertrieb zuständig. In einem Interview mit Cash Online hat Stachon nun erklärt, wo es künftig hingehen soll mit der Generali. Der Versicherer baut derzeit seinen Konzern komplett um und richtet seinen Vertrieb neu aus. Viele der im Interview angesprochenen Maßnahmen stehen kurz vor dem Abschluss oder wurden bereits abgeschlossen.

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Generali im Dreischritt

Generali-Vorstand David Stachon. Quelle: cosmosdirekt.deIm Interview positionierte sich Stachon, dass es vor allem Vertriebsansätze seien, die Geschäftsmodelle in der Assekuranz unterscheiden. Hier kann man zugespitzt formulieren, dass sich die Generali künftig als Trio präsentieren will. Denn die Zahl drei fällt auffallend oft in dem Gespräch: drei Marken, drei Vertriebskanäle und damit drei Säulen des Geschäftes. Dabei geht es auch darum, doppelte Strukturen abzubauen und das Geschäft stärker zu fokussieren. Dafür opfert die Generali unter anderem ihre Marke AachenMünchener, die in Deutschland sehr bekannt und populär ist.

„Statt vieler Marken werden wir künftig nur noch drei Geschäftsfelder und drei Marken haben, in denen wir tätig sind“, erklärt der Manager. „Die Generali für die Ausschließlichkeit. Die Dialog für Makler und unabhängige Vermittler. Und Cosmos als Direktversicherer. Somit haben wir keine Parallelitäten und keine interne Konkurrenz mehr“. Die Standorte sollen aber erhalten bleiben, was die Akzeptanz der Mitarbeiter für den Umbau erhöhe. Eine Verlagerung der Standorte würde auch den Verlust von Know-how bedeuten.

“Dialog steht für Kompetenz im Maklergeschäft“

Zugleich äußerte sich Stachon auch zu der Art, wie die Marken in andere überführt werden sollen. Zunächst einmal sei dies „kein Hexenwerk“, sondern der Versicherer setze „durch den Gesamtumbau enorme Ressourcen frei“, weil viele Systemkomponenten, die bisher mehrfach vorhanden gewesen seien, nur noch einmal benötigt würden.

Für Makler interessant ist dabei der Umbau der Dialog, die künftig als einzige Marke den ungebundenen Vermittlern zur Verfügung stehen wird. Bisher war die Dialog vor allem als Biometrieversicherer bekannt, das Produktportfolio überschaubar. Will die Generali den Maklern weiter eine breite Palette zur Verfügung stellen, muss sich das ändern. Startschuss für die neue Dialog Versicherung AG, die die bisherige Dialog Leben ablösen soll, wird der 1.Juli 2019 sein, wenn die BaFin dem Umbau zustimmt.

Unter anderem soll das Makler-Sachgeschäft der Generali auf die Dialog übertragen werden, wofür die Aufsichtsbehörde BaFin noch ihr Okay geben muss. Die Policen hätten eine Größenordnung von 500 Millionen Euro, so Stachon. Anders hingegen die alten Betriebsrenten der Generali, die mit an Run-off-Abwickler Viridium gegeben werden sollen. Die Generali hat rund vier Millionen Lebensversicherungen an Viridium verkauft, plant aber, bei dem Abwickler selbst als Anteilseigner einzusteigen (der Versicherungsbote berichtete).

Breitere Produktpalette

Die Dialog stehe für Kompetenz im Maklergeschäft „und werde in spezifischen Geschäftsfeldern tätig sein“, sagt der Generali-Vorstand. Und weiter: „Wir werden die gesamte Palette biometrischer Produkte bereitstellen: Risikolebensversicherungen ebenso wie Berufsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen. In der Sachversicherung reicht die Bandbreite von Haftpflicht-, über Hausrat-, Wohngebäude-, Unfall-, Kfz-, Glas- bis hin zu Reiseversicherungen.“ Auch die betriebliche Altersvorsorge sollen Makler anbieten können.

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Ein Schwerpunkt der Dialog soll das Geschäft mit Mittelstands- und Firmenkunden haben, wo die Generali großen Sachverstand mitbringe, so der Manager weiter. Aufhorchen lässt, dass die Generali und die DVAG künftig laut Stachon ein „umfangreiches Portfolio für die breite Bevölkerungsschicht“ bereithalten soll, während die Dialog „spezifische Produktfelder“ beackern solle. Hier wird abzuwarten bleiben, welche Tarife den Maklern tatsächlich bereitgestellt werden.

neues Strategieprogramm: Generali will wachsen und zukaufen

Der Konzernumbau zielt darauf, der Generali Gruppe auch künftig mehr Wachstum zu bescheren. Dafür hat Konzernchef Philippe Donnet dem Versicherer ein ehrgeiziges Wachstumprogramm ins Kursbuch geschrieben. Der Reingewinn soll bis 2021 auf 10,5 Milliarden Euro steigen, die Aktionäre von 2019 bis 2021 eine durchschnittliche Kapitalrendite von 11,5 Prozent erhalten. Das bedeutet, der Versicherer müsste ein Wachstum von sechs bis acht Prozent pro Jahr erzielen. Dies will der französische Manager unter anderem erreichen, indem er bei den Auslandstöchtern regionale Marken einstampft und den Fokus stärker auf die Hausmarke Generali legt (der Versicherungsbote berichtete).

Ein wichtiger Bestandteil der Neustrukturierung in Deutschland ist der Konzernumbau mit der nun angesteuerten dreigliedrigen Struktur. Die Dialog ist hierbei nur ein kleiner Versicherer im Konzernbund: 2017 sammelte sie gebuchte Bruttobeiträge von 290,3 Millionen Euro ein, während die Generali Gruppe mehr als 16 Milliarden Euro Bruttobeitrag zählte (der Versicherungsbote berichtete). Versicherungsmakler äußerten deshalb in den sozialen Medien des Versicherungsboten wiederholt den Verdacht, sie sollen von der Generali künftig stiefmütterlich behandelt oder gar in die Bedeutungslosigkeit gedrängt werden. Hauptsitz der Dialog sollen künftig Augsburg und München sein und die Österreicher Dialog sich fortan auf das Biometriegeschäft konzentrieren.

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Neuer Chef fürs Maklergeschäft ist Bernd Felske, zuvor Vorstand für Vertrieb und Marketing bei der Generali. Der studierte Betriebswirt und Versicherungs-Kaufmann wurde zum 1. November 2018 Vorstandsmitglied der Dialog Lebensversicherung. Er sagte den Maklern zu, dass alle bestehenden Vertragsregelungen der Vermittler 1:1 auf die Dialog übergehen: also auch jene Versicherungen, die unter dem Markennamen Generali abgeschlossen wurden. Zum 1. Juli 2019 soll der Startschuss für die Dialog Versicherung AG sein - vorausgesetzt, die BaFin gibt ihr Okay.

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