Es gibt derzeit nicht viele gute Nachrichten an Mailands Börse, die Schuldenkrise Italiens belastet auch die heimischen Unternehmen. Doch für eine kleine Euphorie unter den Anlegern sorgte am Mittwoch Philippe Donnet, Chef der Triester Generali Gruppe. Er verkündete auf dem Investorentag das neue Strategieprogramm der Generali Gruppe - und das ist durchaus ehrgeizig. Ein Kurssprung des Versicherers an der Mailänder Börse war die Folge.

Anzeige

schnelles Wachstum angestrebt - und Angriff auf die Marktführer

“Generali 2021“ - so lautet das Strategieprogramm, das Donnet am Mittwoch präsentierte. Seit 2016 ist der Franzose nun Vorstand des italienischen Versicherers. Und auch, wenn sich die Generali permanent im Umbau befindet - in Deutschland zum Beispiel trennte man sich von der Ausschließlichkeit, die nun für den Finanzvertrieb DVAG tätig ist, so ist dies tatsächlich das erste Strategiepapier und Federführung des 58jährigen Managers. Es ist, wie der Name schon deutlich macht, ein Strategieprogramm für die kommenden drei Jahre.

Die verkündeten Zukunftspläne als ambitioniert zu bezeichnen, ist dabei fast noch untertrieben. Denn Donnet will vor allem eines: wachsen, und zwar schnell. Der Reingewinn soll bis 2021 auf 10,5 Milliarden Euro gesteigert werden. Um das zu erreichen, muss die Generali ein Wachstum von sechs bis acht Prozent pro Jahr erreichen. Ein deutliches Plus gegenüber der jetzigen Leistungsfähigkeit: aktuell legt der Versicherer um vier Prozent pro Jahr zu.

Auch die Aktionäre sollen künftig deutlich mehr erhalten. Die ausgeschüttete Dividende pro Aktie soll künftig ebenfalls um sechs bis acht Prozent wachsen. Im Mittel sollen die Aktionäre eine durchschnittliche Kapitalrendite von 11,5 Prozent erhalten. Donnet verspricht zudem eine höhere Ausschüttungsquote von 55 bis 65 Prozent pro Aktie.

Anzeige

Mehr Eigenkapital, weniger Schulden

Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, will Donnet das Eigenkapital stärken, Schulden abbauen sowie die Effizienz des Konzerns weiter steigern. Die Eigenkapitalrendite soll auf über 11,5 Prozent anwachsen, das Fremdkapital bis 2021 um 1,5 bis zwei Milliarden Euro abgebaut werden. Durch den Abbau der Schulden soll auch die Zinslast des Konzerns weiter sinken. Die jährlichen Bruttozinskosten sollen in den kommenden drei Jahren um 70 bis 140 Millionen Euro gedrückt werden.