Die Generali Deutschland ordnet ihr Maklergeschäft neu. Über den Stand des Umbaus hat der Versicherer am Mittwoch auf der Versicherungsmesse DKM in Dortmund informiert und zeitgleich eine Pressemeldung über den Äther geschickt. „Unter der Marke Dialog wird das gesamte Maklergeschäft des Konzerns in Deutschland konzentriert. Damit ist die Dialog der exklusive Maklerversicherer des zweitgrößten Erstversicherers auf dem deutschen Markt“, heißt es im Pressetext. Der Maklervertrieb nehme neben dem Exklusiv- und Direktvertrieb eine wichtige Säule ein.

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Tatsächlich plant der Versicherer mit der Dialog einen Neustart. Zukünftig solle sich die Dialog aus der Dialog Lebensversicherungs-AG und der Dialog Versicherung AG als Kompositversicherer zusammensetzen, berichtet die Generali. Zum 1. Juli 2019 soll der Startschuss für die Dialog Versicherung AG sein - vorausgesetzt, die BaFin gibt ihr Okay. Zusätzlich wird ab dem 1. Januar 2019 die Dialog Leben neuer Risikoträger für das bAV-Kollektivgeschäft sein.

Bernd Felske neuer Chef

Bernd Felske. Bildquelle: GeneraliNeuer Chef fürs Maklergeschäft soll Bernd Felske werden, aktuell Vorstand für Vertrieb und Marketing bei der Generali. Der studierte Betriebswirt und Versicherungs-Kaufmann wird zum 1. November 2018 Vorstandsmitglied der Dialog Lebensversicherung. Er sagte den Maklern zu, dass alle bestehenden Vertragsregelungen der Vermittler 1:1 auf die Dialog übergehen: also auch jene Versicherungen, die unter dem Markennamen Generali abgeschlossen wurden. An bestehenden Vereinbarungen und Leistungszusagen mit den Kunden werde sich nichts ändern. Hier möchte man einwerfen: natürlich nicht, denn sie haben ja Vertrag.

Im Neugeschäft aber werden Versicherungsmakler künftig ausschließlich Produkte der Dialog verkaufen müssen - die Hausmarke Generali wird Maklern dann nicht mehr offen stehen. Während die Generali dies derart kommuniziert, dass das Maklergeschäft gestärkt werden soll, wurde dies in den sozialen Medien des Versicherungsboten teils sehr kritisch kommentiert:

Einzelne Versicherungsmakler äußerten den Verdacht, dass die Generali Makler künftig stiefmütterlich behandeln werde, um noch stärker auf den Exklusivvertrieb durch die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) zu setzen. So bleiben Verträge der Marke Generali künftig der DVAG vorbehalten.

Standorte des „neuen“ Versicherers Dialog werden Augsburg und München sein. In Augsburg ist weiterhin die Leben-Tochter angesiedelt, in der Bayerischen Landeshauptstadt der neu gegründete Komposit-Versicherer. Auch die Dialog Leben in Österreich soll bestehen bleiben: als reiner Biometrieversicherer.

Erfolgreiches Jahr - und neue Produkte

Fakt ist: Zwar wächst die Dialog, ist im Firmenverbund der Generali Deutschland aber ein kleiner Anbieter. Nach vorläufigen Zahlen konnte die Dialog Leben 2017 ihre gebuchten Bruttobeiträge um drei Prozent steigern und sammelte 290,3 Millionen Euro ein. Im Pressetext spricht die Generali von „sechs Rekordjahren“ mit dem „historisch besten Ergebnis in 2017.“ Zur Erinnerung: Mehr als 16 Milliarden Euro Bruttobeitrag erzielte die Generali im Vorjahr.

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Besonderes Augenmerk will Vorstand Felske künftig auf die Digitalisierung und die Schnittstelle von Versicherer und Vertriebspartner legen. So wolle die Generali ihre Präsenz auf Vergleichsplattformen weiter verstärken, kündigt Felske an. Auch soll es neue Produkte geben, unter anderem eine Dread-Disease- und Grundfähigkeiten-Versicherung.