Google hat als Suchmaschine in Deutschland eine immense Marktmacht, wenn nicht gar ein Monopol. 97 Prozent aller Suchanfragen entfallen auf Google, so zeigt eine Auswertung von Statista mit Hilfe des Traffic-Analyse-Tools StatCounter. Zum Vergleich: Die Nummer zwei auf dem Markt, Bing, kann gerade einmal 1,08 Prozent der Suchanfragen auf sich vereinen. Wer nicht bei Google gefunden werden kann, der ist im Netz faktisch nicht existent.

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Diese Quasi-Allmacht von Google kann für Konzerne zu einem Problem werden. Zum Beispiel dann, wenn der Gigant aus dem Silicon Valley seinen Algorithmus ändert, ohne die Spielregeln hierfür offenlegen zu müssen. Im schlimmsten Fall müssen Firmen fürchten, dass sie weit weniger KundInnen online erreichen - und weit schlechter ihre Produkte verkaufen können. So, wie es freilich auch Gewinner eines neuen Algorithmus gibt.

Genau dies ist nun den deutschen Versicherern passiert, wie aktuell das Beratungshaus Mediaworx berichtet. Nachdem Google an seinem Kern-Algorithmus rumbastelte, sackte die Sichtbarkeit einiger Versicherer ein - während andere deutlich besser gesehen werden.

Sistrix-Sichtbarkeitsindex: Wie gut wird Webseite mit Hilfe oft genutzter Keywords gefunden?

Konkret handelt es sich um das sogenannte YMYL-Update von Google ("Your Money or Your Life“), so berichten die Analysten, welches Anfang August eingespielt wurde. Um die Folgen dieses Updates zu analysieren, hat Mediaworx die Webseiten von 50 Versicherern anhand des wöchentlich erhobenen Sistrix-Sichtbarkeitsindex ausgewertet (eine kurze Erklärung, wie dieser errechnet wird, findet sich hier). Dabei wurde die Woche vor dem Update (32. Kalenderwoche) sowie danach (33. KW) in den Blick genommen.

Der Google-Sichtbarkeitsindex gibt an, wie oft und wo eine Domain bei den meist frequentierten Keywords in den Suchergebnissen auftaucht. Dafür wird eine Datenbasis von einer Viertelmillion Keywords mit den jeweils ersten 100 Ergebnissen für die Google-Suche abgeglichen. Den höchsten Indexwert der Versicherer hatte in der 33. Kalenderwoche die HUK mit 14,3, gefolgt von der CosmosDirekt (13,91) und der Allianz mit allianz.de (13,32). Je höher der Indexwert, desto höher ist auch die Sichtbarkeit.

Württembergische, Provinzial und AachenMünchener profitieren

Größter Gewinner des aktuellen Google-Updates war die Württembergische, deren Sichtbarkeit sich laut Index mehr als verdoppelt hat. Der Google-Indexwert der Webseite wuerttembergische.de erhöhte sich demnach gegenüber der Vorwoche von 1,306 auf 2,677, was einen Zuwachs um 105 Prozent bedeutet.

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Ebenfalls ordentlich zulegen konnte die Provinzial mit provinzial.de: der Index erhöhte sich um 35 Prozent von 0,7518 auf 1,018. Auf Rang drei der größten Update-Gewinner kann sich die AachenMünchener platzieren. Deren Webseite amv.de konnte den Google Sichtbarkeitsindex von 0,567 auf 0,756 steigern (+33 Prozent).