Wenn der durchschnittliche Pflegefall in Deutschland sechs bis acht Jahre dauert und immer mehr ältere Menschen pflegebedürftig werden, ist es an der Zeit, sich mit diesem unangenehmen Thema zu befassen. Pflegebedürftigkeit ist keineswegs nur eine Erscheinungsform des Alters. Auch junge Menschen werden in Folge von Unfällen oder Krankheiten zu Pflegefällen. Ende 2017 erhielten insgesamt 3.490.566 Menschen Leistungen aus der ambulanten und stationären sozialen Pflegeversicherung und der privaten Pflege-Pflichtversicherung.

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Wer die Statistik bemüht, erkennt: Bei Menschen unter 60 Jahren besteht eine Pflegewahrscheinlichkeit von 1,2 Prozent. Im Alter zwischen 60 und 80 Jahren steigt sie auf 6,3 Prozent. Über 80-Jährige werden mit einer statistischen Wahrscheinlichkeit von 35,0 Prozent zum Pflegefall, das heißt, etwa jeder Dritte über 80-Jährige ist auf ambulante oder stationäre Pflegeleistungen angewiesen, Tendenz steigend.

Wenn immer weniger Berufstätige immer mehr Ältere über die Sozialsysteme finanzieren müssen, sind die Grenzen des umlagefinanzierten Sozialsystems absehbar. Für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen ist das auch insofern eine beunruhigende Nachricht, als die gesetzliche Pflegeversicherung lediglich eine Art Teilkaskoversicherung ist. Das bedeutet, Pflegebedürftige bzw. deren Familien müssen erhebliche Eigenanteile finanzieren, z. B. monatlich circa 1.000 Euro bei Pflegegrad 3 in der ambulanten Pflege. Wer im Pflegegrad 4 auf stationäre Pflege angewiesen ist, erhält aus der gesetzlichen Pflegeversicherung 1.775 Euro. Die tatsächlichen Kosten aber belaufen sich auf rund 3.500 Euro.

Pflegelücke von 1.700 Euro

Die Kosten schwanken von Bundesland zu Bundesland und können auch höher ausfallen. Das Ersparte wird im hier genannten Beispiel monatlich mit 1.700 Euro belastet. Erwachsene Kinder haften in gewissem Maße mit ihrem Einkommen für die Pflegekosten ihrer Eltern. Gleichzeitig müssen sie aber ihre eigene Vorsorge finanzieren – ein schwieriger Spagat und immer wieder Reibungspunkt zwischen den Generationen.

Wenn Folgekosten des Alterns nicht wie ein Damoklesschwert auf dem Familienleben lasten sollen, ist Eigeninitiative in Form einer privaten Pflegezusatzversicherung nötig. Unter verschiedenen Varianten bieten Pflegemonatsgelder den größten Freiraum bei der persönlichen Ausgestaltung der Pflege, weil das ausgezahlte Geld ohne Leistungsnachweis zur freien Verfügung steht. Je früher der Versicherungsschutz beginnt, desto günstiger ist der Beitrag.

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Das Thema Pflege brennt vielen Menschen unter den Nägeln: Angst im Alter ein Pflegefall zu werden, haben acht von zehn Befragten. Das ergab eine im Mai dieses Jahres veröffentlichte Umfrage des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP), eine gemeinnützige Stiftung des PKV-Verbandes. Die Brisanz, die der demografische Wandel birgt, hat inzwischen auch die Politik erkannt. Neuerdings richtet sie ihr Augenmerk verstärkt auf die Arbeitsbedingungen von Pflegekräften, deren Bezahlung und Wertschätzung ihrer Arbeit. Das war längst überfällig. Zur Würde des Menschen gehört auch, dass er in Würde alt werden kann. Das setzt voraus, dass Pflegekräfte Zeit für ihre emotional wie physisch fordernde Arbeit haben und dauerhaft davon leben können. Umso bedeutender wird eine private zusätzliche Absicherung.