Anfang März veröffentlichte Statista die aktuelle Infografik „60 Sekunden im Internet". Und wie in den vergangenen Jahren sind es wieder bemerkenswerte Zahlen. Richtig beeindruckend werden diese, wenn Sie sich vergegenwärtigen, dass das Lesen dieses Artikels circa eine Minute dauern wird und in der Zeit beispielsweise 3,6 Millionen Suchanfragen auf Google gestellt, 1,5 Millionen Songs bei Spotify gestreamt und 243.000 Fotos auf Facebook veröffentlicht werden.

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MarKo Petersohn

MarKo Petersohn berät und unterstützt mit seinem Unternehmen „As im Ärmel“ seit 2012 Versicherungen und Vermittler bei ihrer Kommunikation in den neuen Medien. Zusätzlich verfasst er Branchenstudien und ist er als Autor, Referent und Veranstalter des OMGV in der Versicherungsbranche aktiv. Außerdem besitzt der Magister der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft seit 2015 einen Lehrauftrag an der Kölner Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft zum Thema „Medienwissenschaften und Kommunikation“. Auf Twitter agiert er als @asimaermel.

Aus beeindruckend wird allerdings nicht selten besorgt, sobald man sich bewusst macht, dass ebenso jedes Mal, wenn man eine E-Mail versendet, weltweit 156 Millionen E-Mail verschickt werden, jedes Mal wenn man ein Video auf YouTube hochlädt, weltweit 400 Stunden Videomaterial hochgeladen werden oder bei jeder Nachricht, die man auf WhatsApp verschicken, ebenfalls 29 Millionen andere Nachrichten verschickt werden.

Plötzlich merkt man, mit was für einer Masse an Inhalten man tagtäglich in Konkurrenz tritt. Wir leben nicht mehr in den Zeiten des Informationsmangels, sondern erstmalig seit Menschheitsgedenken sind Informationen in Hülle und Fülle für jeden verfügbar bzw. um genau zu sein, prasseln auf jeden von uns ununterbrochen Informationen ein. Wir leben im Zeitalter des Informationsüberflusses, des so genannten Content-Schocks.

Aber was bedeutet das nun für Sie?

Dieser führt dazu, dass die Aufmerksamkeitsspanne des Menschen bei durchschnittlich 8 Sekunden liegt – und damit unter der eines Goldfisches (9 Sekunden). Heutzutage ist nicht mehr der Zugang zu Informationen begrenzt, sondern Informationen kämpfen um Aufmerksamkeit.

Ich weiß, das klingt jetzt nicht schön, aber es ist nicht meine Aufgabe Ihnen schöne Dinge zu erzählen. Machen Sie sich stets bewusst, dass niemand im Internet auf Ihre Inhalte wartet. Es ist weitaus wahrscheinlicher, dass man Ihnen keine Aufmerksamkeit schenkt, als dass Sie welche erhalten. Aufmerksamkeit ist mittlerweile zu einem so kostbaren Gut geworden, dass man, ganz nach dem gleichlautenden Buch von Georg Franck, zunehmend von einer „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ spricht. Und im Kern ist es genau dieser ökonomische Gedanke, den Sie in Zukunft auch für Ihre professionelle Kommunikation in den neuen Medien verinnerlichen sollten.

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Wenn Sie eine E-Mail, eine WhatsApp-Nachricht, ein Facebook-Posting oder auch nur ein Bild auf Instagram veröffentlichen, dann darf dies nie nur um seiner selbst willen geschehen. Dann darf dies nie nur unterhaltsam sein, sondern muss stets einem Ziel folgen. Denn so, wie Sie in Ihrem Unternehmen nicht ziellos Geld verschwenden, so sollten Sie auch keine Aufmerksamkeit verschwenden.