Vor kurzem hielt ich einen Tagesworkshop bei einer großen deutschen Versicherung. In der Mittagspause kamen wir auf meine Artikelserie im Versicherungsboten zu sprechen, in der ich die 10 Themen aufliste, welche man in diesem Jahr beachten sollte. Dabei kam die Frage auf, warum ich denn LinkedIn nicht genannt habe bzw. was ich von dem B2B-Netzwerk halte? Ganz konkret wurde die Frage formuliert: Sollte ich auf LinkedIn aktiv werden? Und dies soll auch die heutige #FreitagsFrage sein.

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MarKo Petersohn

Seit 2012 ist MarKo Petersohn das As im Ärmel der Versicherungsbranche im #Neuland. Er berät und unterstützt Versicherungen und Vermittler bei ihrer Kommunikation in den neuen Medien. Er bietet Studien, Seminare und Veranstaltungen an, welche den Fokus auf die spezifischen Bedürfnisse der Assekuranz im Onlinemarketing legen. Außerdem ist er als Autor und Keynote-Speaker tätig, ist Dozent beim BWV Bildungsverband für „Digitale Kommunikation“ und besitzt einen Lehrauftrag an der Kölner Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft zum Thema „Medienwissenschaften und Kommunikation“. Auf Twitter agiert er als @asimaermel.

Die kurze Antwort lautet hierzu: LinkedIn wird immer mehr zu einem Business-Facebook. Die Plattform entwickelt ständig neue Funktionen und neue Werbeformate. Sofern sich Ihre Zielgruppe auf LinkedIn befindet, kann ich Ihnen nur raten auf der Plattform aktiv zu werden.

Die ausführliche Antwort:

Ich muss gestehen, ich habe bei meinen 10 Prognosen für 2019 LinkedIn schlicht und einfach übersehen. Und das, obwohl ich an mir selbst bemerke, dass ich auf der Plattform immer aktiver werde. Das ich nicht der einzige bin, das zeigen die Nutzerzahlen. Denn wenn wir uns diese anschauen, dann zeigt sich, dass LinkedIn laut dem GlobalWebIndex-Report auf Platz 8 (eigentlich 7, da Google+ nicht mehr existiert) der beliebtesten Social Media Plattformen der Welt (mit Ausnahme Chinas) steht.

LinkedIn gewinnt bei den Social-Media-Plattformen an Bedeutung und wächst.www.globalwebindex.com/reports/social

Mittlerweile hat das B2B-Netzwerk weltweit 610 Millionen Nutzer. In der D-A-CH-Region sind es seit Februar dieses Jahrs schon 13 Millionen. Fairerweise muss man hier erwähnen, dass Xing 16 Millionen hat. Wobei ich ehrlich gesagt LinkedIn zunehmend weniger in Konkurrenz zu Xing sehe, sondern vielmehr zu Facebook. Denn es entwickelt sich in den letzten Monaten rasant in Richtung Business-Facebook.

13 Millionen Nutzer tummeln sich schon im deutschsprachigen Raum (D-A-CH) auf LinkedIn, Tendenz steigend.linkedIn.com

Neue Funktionen bei LinkedIn

Hinzu kommt, dass das B2B-Netzwerk vor kurzem Reaktionen eingeführt hat. Wie bei Facebook gibt es nun nicht mehr das bloße Like, sondern verschiedene Arten von Interaktionsmöglichkeiten. Was im ersten Moment vielleicht skeptisch macht, wird sich aller Voraussicht nach in kurzer Zeit auszahlen. Denn bei Facebook war es so, dass durch die Einführung der Interaktionsmöglichkeiten auch die Interaktionen stiegen.

LinkedIn erweitert sein Repertoire an Reaktionen. Bei Facebook hat dieser Schritt zu steigenden Interaktionen geführt (Symbolbild).linkedin.com

Außerdem experimentiert man aktuell mit Gifs für die Kommentarfunktion und mit dem Stories-Format, welches sich zunehmend als SocialMedia-Format der Zukunft herauskristallisiert.

Vielleicht wirkt es auf Sie im ersten Moment befremdlich. Denn wozu braucht man neue Reaktionsmöglichkeiten wie „Applaus“ oder „inspirierend“? Ebenso werden Sie vielleicht dem Stories-Format oder Gif-Kommentaren skeptisch gegenüberstehen, denn immerhin ist LinkedIn ein Businessnetzwerk. Aber ich sehe nicht, dass die neuen Funktionen im Gegensatz zum geschäftlichen Anspruch der Plattform stehen. Ganz im Gegenteil. Denn man hat damit einfach nur mehr Möglichkeiten sich auszudrücken. Und was an dieser Stelle erwähnt werden muss, ist, dass die Inhalte auf LinkedIn hochwertig sind. Lustige Katzenbilder findet man hier weniger. Ebenso wie aufgeheizte, beleidigende Diskussionen.

Resümee und die Zielgruppe auf LinkedIn

Wir halten fest: LinkedIn hat in Deutschland viele Nutzer und die Zahlen steigen kontinuierlich. Hinzu kommt, dass es einen ansprechenden Newsfeed bietet, welcher die Nutzer zur Veröffentlichung von Inhalten und Interaktion animiert. Außerdem werden kontinuierlich neue Funktionen entwickelt, welche die Kommunikation unterstützen und Nutzer stärker (ein)bindet. Was allerdings alles nicht zu Lasten der Professionalität geht.

Unabhängig von der Funktionalität muss man außerdem bedenken, dass wir in einer globalisierten Welt leben. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Studenten und Young Professionals einige Zeit im Ausland leben. Was glauben Sie, in welchem Business-Netzwerk werden diese aktiv sein? Im (nahezu) rein deutschsprachigen Xing oder bei LinkedIn? Wo werden sie mit ihren Geschäftskontakten in Kontakt treten und bleiben? Ich würde auf LinkedIn tippen. Und wenn man den Studien glauben mag, dann haben LinkedIn-Nutzer im Durchschnitt höhere Bildungsabschlüsse und sind finanzkräftig.

Last but not least, verbessert LinkedIn kontinuierlich seine Werbeformate (Sponsored Content, Sponsored InMail, TextAds & DisplayAds), welche überdurchschnittlich hohe Erfolge ermöglichen. So sind zumindest meine Erfahrungen bzw. die von meinem OMGV-Bootcamp-Partner und Spezialisten für Online-Werbeanzeigen Michael W. Krüger.

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Fazit: LinkedIn wird immer mehr zu einem Business-Facebook. Die Plattform entwickelt ständig neue Funktionen und neue Werbeformate. Sofern sich Ihre Zielgruppe auf LinkedIn befindet, kann ich Ihnen nur raten auf der Plattform aktiv zu werden.