Die Deutsche Vermögensberatung kann für 2017 neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn vermelden. Der Umsatz kletterte auf 1,35 Milliarden Euro, was ein Plus von 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Noch deutlicher zog der Gewinn an: hier konnte der Konzern um 3,8 Prozent wachsen und erzielte 196,0 Millionen Euro Jahresüberschuss. Das berichtet der Finanzdienstleister in seinem heute vorgelegten Konzerngeschäftsbericht. Das Ergebnis vor Steuern sank allerdings um 6,9 Prozent auf nun 255,9 Millionen Euro (siehe Tabelle).

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Finanzdaten DVAG für Geschäftsjahr 2017. Quelle: Geschäftsbericht DVAG

Konzern bindet mehr Vermögensberater

Sein Wachstum erreichte der Finanzvertrieb auch mit einer Personalpolitik, die entgegen dem Branchentrend läuft. Wo andere Wettbewerber ihren Vertrieb schrumpfen lassen -Stichtwort: Digitalisierung-, holt sich die DVAG mehr Handelsvertreter als Partner in die Filialen.

1.560 neue hauptberufliche Vermögensberater konnte der Konzern nach eigenen Angaben im Vorjahr hinzugewinnen. Ob hierbei bereits frühere Ausschließlichkeitsvertreter der Generali dabei sind, geht aus dem Geschäftsbericht nicht hervor. Rund 2.800 frühere Generali-Vertreter sollen sich künftig als freie Handelsvertreter der DVAG anschließen, weil die Italiener ihre deutsche Konzerntochter Generali Leben abwickeln wollen und damit den Vertretern die Geschäftsgrundlage wegbricht (der Versicherungsbote berichtete).

Dank ihrer Personalpolitik ist die DVAG auch in der Fläche breit vertreten, um potentielle Kunden vor Ort anzusprechen. 14.500 selbstständige Vermögensberater unterhalten bundesweit 3.452 Direktionen und Geschäftsstellen. Die Zahl der betreuten Kunden liege unverändert bei knapp 6 Millionen, berichten die Frankfurter.

Neugeschäft der DVAG für das Jahr 2017. Quelle: Konzernbericht DVAG

Lebensversicherung: durchwachsenes Bild, aber Boom bei Riester-Rente

Beim Blick auf die einzelnen Sparten zeigt sich bei der Lebensversicherung ein durchwachsenes Bild. Zwar brach das Neugeschäft um 6,1 Prozent ein, so dass man 13,1 Milliarden Euro an Versicherungssumme erzielte. Dies sei aber auch darauf zurückzuführen, dass man das Geschäft gegen Einmalbeitrag zurückgefahren habe. Zugleich konnten bei Policen mit laufendem Beitrag mehr Verträge an die Sparerin und den Sparer gebracht werden. Hier wuchs das Neugeschäft um 1,8 Prozent, so dass die DVAG nun eine Vertragssumme von 145,5 Milliarden Euro Versicherungssumme hält.

Beachtlich ist der Trend bei der staatlich geförderten Altersvorsorge, speziell bei Riester-Policen. Während die Versicherungsbranche nach vorläufigen Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) im eingelösten Neugeschäft (Anzahl Verträge) einen Rückgang von 16,8 Prozent verzeichnete, konnte die DVAG um 7,6 Prozent wachsen. Auf 1,4 Millionen Riester-Verträge beziffert sich nun der Bestand.

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Speziell bei Riester-Renten zeigt sich der Finanzvertrieb stark: die Frankfurter bauten ihren Marktanteil um fünf Prozentpunkte aus und halten nun fast ein Viertel des gesamten Bestandes in Deutschland (24 Prozent). Das Rürup-Neugeschäft zeigte sich weit schwächer und konnte bloß ein Plus von 10.034 Verträgen verbuchen, der Marktanteil der DVAG beträgt hier 11 Prozent.