Allianz-Chef Oliver Bäte vor der Hauptversammlung des Versicherers 2017 in München. Quelle: Pressefoto Allianz Jährlich fünf Prozent Gewinnzuwachs – dieses ehrgeizige Ziel hat Allianz-Chef Oliver Bäte seinem Konzern ins Kursbuch geschrieben. Und tatsächlich überrascht die Allianz am Mittwoch mit positiven Zahlen für das erste Quartal 2017. Wie der Konzern per Pressemeldung mitteilt, schoss der operative Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,4 Prozent in die Höhe und beziffert sich nun auf 2,9 Milliarden Euro. Die Zahlen sind vorläufig.

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„Wir hatten einen guten Start“

„Wir hatten einen guten Start in das Jahr 2017, und unsere Bilanz war wieder stark“, kommentiert Vorstandschef Bäte laut Pressemeldung. „Trotz der Marktvolatilität und niedriger Zinsen bestätigen wir unseren Ausblick und erwarten weiterhin ein operatives Ergebnis für das Gesamtjahr von 10,8 Milliarden Euro, plus oder minus 500 Millionen Euro, vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse, Krisen oder Naturkatastrophen“, so Bäte weiter. Der Vorstandschef von Europas größtem Versicherer wird am Mittwoch auf der Allianz-Hauptversammlung in München reden.

Unter dem Strich aber erzielte die Allianz wie erwartet weniger Gewinn als Anfang 2016. Der Überschuss sackte um 15,3 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro ein. Im Vorjahreszeitraum hatte der Versicherer von einer niedrigen Steuerquote und Aktienverkäufen profitiert. Entsprechend kommentiert auch die Allianz: „Der Rückgang ist hauptsächlich auf einmalige Gewinne aus der Veräußerung von Finanzbeteiligungen vor einem Jahr zurückzuführen“.

Eine detaillierte Gesamtschau ist noch nicht möglich: Die Ergebnisse der einzelnen Sparten will die Allianz erst bei der Vorlage des vollständigen Quartalsberichts am 12. Mai veröffentlichen. Allerdings berichtet die Allianz, dass sie in der Schaden- und Unfallversicherung steigende Kosten zu beklagen hat: Die Schaden-Kosten-Quote stieg von 93,3 Prozent auf 95,6 Prozent. Ursache hierfür seien Großschäden und Schäden aus Naturkatastrophen.

Druck auf Oliver Bäte

Die insgesamt guten Zahlen könnten den Druck von Oliver Bäte nehmen. Dieser hatte zuletzt intern auch für Verstimmung gesorgt: Manager der Allianz Deutschland haben laut Medienberichten geklagt, dass Bäte die Digitalisierung des Konzerns zu rabiat und über die Köpfe der Mitarbeiter hinweg vorantreibe (der Versicherungsbote berichtete). Wiederholt waren in den letzten Monaten Interna an die Presse gelangt, die auf Streit im Konzern hindeuten.

Profitieren sollen vom positiven Trend auch die Aktionäre. Auf der heutigen Hauptversammlung der Allianz in München wird Bäte das Konzernergebnis für 2016 vorstellen. Im abgelaufenen Jahr konnte der Versicherer den Gewinn um vier Prozent auf 6,9 Milliarden Euro steigern. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 7,60 Euro je Aktie erhalten, nachdem sie im letzten Jahr 7,30 Euro erhalten hatten.

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Auch beim Personal kündigt sich in München ein vielbeachtetes Comeback an: Der langjährige Firmenlenker Michael Diekmann wird am 7. Mai den Vorsitz des Aufsichtsrates übernehmen (der Versicherungsbote berichtete).