Um es gleich mit den Worten der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) zu sagen: "Der Wahlkampf ist sicher"; so titelt das Blatt aktuell mit Bezug auf Norbert Blüms (CDU) Auftritt vor 30 Jahren. Damals klebte der Bundesarbeitsminister Blüm und Riester-Vorgänger seine Rentenplakate... Sie wissen schon: "Die Rente ist sicher". Nun hat sich der Namensgeber Walter Riester in die Diskussion um "seine" Rente eingeschaltet und sagte dem Bayerischen Rundfunk: "Immer wieder kommt diese saudumme Debatte, die wirklich Millionen Menschen verunsichert" - und dann verreitet sich der Minister im Sozialrecht.

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In Riesters Beispiel sähe der Rentner null Euro Riester-Rente

Riestern, sagte Riester, sei vor allem für Geringverdiener attraktiv: "Zwei Drittel aller Riester-Sparer verdienen unterdurchschnittlich und 25 Prozent unter 850 Euro im Monat, das sind also Teilzeitbeschäftigte. Besser kann die Verteilung nicht sein". Was er auslässt: Nicht in allen, aber in vielen Fällen würde das Sozialamt die Riester-Rente des Sparers mit der Grundsicherung verrechnen. In Zahlen: Wer 20 Jahre lang 850 Euro brutto verdient und weitere 20 Jahre das Doppelte, der bekommt am Ende 490 Euro Rente und ist dann, je nachdem, ob man Wohngeld-Zuschüsse einrechnet, mindestens 250 Euro von einer Rente in Höhe der Grundsicherung entfernt.

Thomas Hagemann, Chefaktuar von Mercer, hat sich Gedanken zur Zukunft der Rente gemacht.Hagemanns Bilanzen

Mangels Rendite und weil die Kosten die Förderung auffressen, hat der "Wirtschaftsweise" Peter Bofinger auf "Spiegel Online" gefordert: "Die Riester-Rente muss weg!" Gutverdienende würden die Förderung mitnehmen, aber Geringverdiener, die die eine Zusatzrente brauchen, könnten sich das Riestern mangels Masse nicht leisten. Dagegen rechnete die FAZ am Montag vor: Bei den Riester-Verträgen gehen fünf Prozent der Beitragssumme an Abschlusskosten drauf. Aber da die Zulagen etwa ein Drittel der gesamten Beiträge ausmacht, konstatiert das Blatt: "Ein großer Teil der Zulage nützt also den Kunden, nicht den Vertrieben". Dennoch bezögen die Vertrieb zu hohe Provisionen, aber "ein Einstieg in vernünftigere Vergütungsformen ist gemacht".