Getsafe, das Insurtech-Startup aus Heidelberg, relativiert die an diesem Montag von Knip-Chef Dennis Just veröffentlichten Zahlen zu den Downloads der Knip-App (der Versicherungsbote hatte berichtet). „Die vermeintliche Insurtech-Marktführerschaft sollte kritisch hinterfragt werden. Die Anzahl der Downloads hat sehr wenig Aussagekraft für den Erfolg und die tatsächliche Kundenzahl einer Firma“. Dies sagte eine Sprecherin von Getsafe an diesem Dienstag gegenüber dem Versicherungsboten.

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Asuro-Chef Otte: Aktuelle Erfolge nicht in Stein gemeißelt

Dennis Just hat Knip als „klaren Marktführer“ bezeichnet. Getsafe relativiert dies: „Die vermeintliche Insurtech-Marktführerschaft sollte kritisch hinterfragt werden. Die Sprecherin nennt Kundenzahlen: Getsafe hat demnach etwas mehr als 15.000 Kunden. Knip habe 20.000 Kunden, heißt es unter Bezug auf einen Tweet vom „Finanz und Wirtschaft“-Forum der gleichnamigen schweizerischen Zeitung am 31. März. Michael Divé, Sprecher von Knip, wollte auf Anfrage des Versicherungsboten diese Zahl nicht bestätigen. „Wenn man die Anzahl der Kunden betrachtet, erscheint GetSafe in Deutschland größer als Knip“, sagt die Getsafe-Sprecherin. Aber: „Größenverhältnisse sollten nicht von der Anzahl der Downloads abgeleitet werden.“

Getsafe ist mit „einem höheren Millionenbetrag“ finanziert. Knip mit 15 Millionen. Und so Kommentiert denn auch Asuro-Gründer Geschäftsführer Steffen Otte gegenüber dem Versicherungsboten: „Dass Knips Downloadzahlen weit über den unsrigen liegen, wundert bei niemanden. Mit 15 Millionen im Rücken und einem Jahr längerer Marktpräsenz sollte jeder das Ergebnis erwarten.“ Asuro startete im Herbst 2015, Knip ist seit gut zwei Jahren am Markt. Auf die Dynamik bei den Insurtechs bezogen sind drei oder sechs Monate unterschiedliche Markt-Präsenzzeit Epochen.

Downloadzahlen sagen aus Ottes Sicht „nicht genügend über den Erfolg aus und definieren noch lange keinen Marktführer“. Wie viele Kunden nach „Konversionsabbrüchen und Stornos letztendlich übrigbleiben“, sei aus Download-Zahlen nicht ersichtlich. Und vor allem nicht auf die Zukunft zu projizieren. Otte: Dennis Just wird wissen, dass seine aktuellen Erfolge „nicht in Stein gemeißelt“ sind.

Auch die Sprecherin von Getsafe sagt angesichts hohe Download-Zahlen bei der App, die Knip vermeldet, dies könne: „höchstens ein Hinweis für hohe Marketingausgaben sein“. Dies räumte selbst Dennis Just ein. In seinem Aufsatz bei „Linked-in“ schrieb er, die hohe Kundenbindung, die er für sein Unternehmen in Anspruch nimmt, sei durch intensives Marketing angetrieben. Asuro-Chef Otte sieht das Ganze gelassen: Aus seiner Sicht ist es Knip, Getsafe, Clark und Co bewusst, dass der Markt ausreichend Platz für viele Player bietet.

Getsafe: App-Store-Bewertungen wichtig

Die Diskussionen um disprutive, neue Techniken und Akteure werden nach Ottes EInschätzung „in Internetforen – oftmals von Maklern initiiert – von Panik getrieben. Besser sei es, die Wettbewerber würden miteinander reden, gleiche Interessen finden und letztlich kundengerecht handen. „In den Farben getrennt, in der Sache vereint“, sagt Otte. Sein Fazit der alten Versicherungswelt im Verhältnis zu Insurtechs: „Wer sich hier querstellt, wird zwangsläufig auf der Strecke bleiben“. In der Sache sieht Otte, dass viele Kunden zwar einen digitalen Versicherungsordner haben wollen – und ihren Makler behalten wollen.

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Hierfür werde es Lösungen geben, sei es in Form von technischen Muster-Lösungen (Whitelabel), die jeder Makler für sich anpassen kann. Otte: „Schließlich ist Asuro selbst aus einem Makler entstanden. Für Makler“. Aber wie bewertet man als Marktbeobachter oder –teilnehmer die Qualität von Apps und ihren Dienstleistern? Über die Bewertungen in den App-Stores. Getsafe sagt: „Hohe Aussagekraft für Kundenzahl und Erfolg einer App haben seit jeher die App-Store Bewertungen. Dies lässt sich in Vergleichen zwischen erfolgreichen Wettbewerbern wie etwa bei Allianz und Ergo (...) nachvollziehen.“