Der Finanzchef der Hannover Rück, Roland Vogel, sagte zu dem Quartalsergebnis dem Nachrichtenmagazin Stern: „Wir sind sehr überzeugt, die 850 Millionen Euro schaffen zu können.“ Dieses Jahresziel gilt es bei der Hannover Rück zu erreichen und mit dem zweiten Quartal hat der Rückversicherer mehr als die Hälfte erreicht.

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Im Sommer können jedoch in den USA Hurrikane große Schäden verursachen. Auch die Kämpfe in Libyen und der Flugzeug-Absturz in der Ukraine könnten den weltweit drittgrößten Rückversicherer im zweiten Halbjahr teuer zu stehen kommen, da der Rückversicherer hier Risiken übernommen hat.

Hannover Rück: Gewinn über Vorjahresergebnis

Im zweiten Quartal (April bis Juni) schloss Hannover Rück mit einem Gewinn von 211,5 Millionen Euro ab. Damit lag das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent höher. Die Börse reagierte allerdings negativ auf das Quartalsergebnis, da Analysten im Vorfeld mit einem höheren Ergebnis gerechnet hatten. Nach Bekanntgabe der Zahlen verloren die Papiere der Hannover Rück bis mittags rund 3,5 Prozent und fielen auf gut 61 Euro.

Auf das erste Halbjahr betrachtet wurden von den zu erzielenden 850 Millionen Euro Nachsteuergewinn bereits 444,4 Millionen Euro erreicht. Ein fünfprozentiges Plus zum Vorjahr und gute Aussichten auf den angestrebten Gesamtjahresgewinn der Hannover Rück, die sich international Hannover Re nennt.

Rückversicherer überträgt finanziellen Puffer in zweites Halbjahr

Das Sturmtief „Ela“ kam das MDax-Unternehmen im zweiten Quartal am teuersten zu stehen. Es wütete als Sommergewitter Ende Juni in Deutschland, Belgien und Frankreich und schlug bei der Hannover Rück mit 33 Millionen Euro zu Buche. Die Vorgaben für die Bilanzierung sind dafür verantwortlich, dass die geringe Schadensbelastung keinen größeren Gewinn verursacht. Denn den bisher ungenutzten finanziellen Puffer überträgt die Hannover Rück für mögliche kommende Katastrophenschäden auf das zweite Halbjahr und weist diesen nicht unmittelbar als Gewinn aus.

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Die bisherigen Belastungen liegen im laufenden Jahr noch weit unter den erwarteten. Mit rund 100 Millionen Euro mehr als 2013 kalkuliert die Hannover Rück für 2014 mit einem Puffer von 670 Millionen Euro. Nach dem ersten Halbjahr sind davon netto gerade einmal rund 16 Prozent aufgebraucht. Somit bleiben vom Puffer für den Rest des Jahres 565 Millionen Euro übrig.