Die Frage „Wie stellen Sie sich die Maklerfirma 2025 vor“ ist reizvoll. Natürlich bin ich kein Hellseher, dennoch gibt es seit mehreren Jahren Trends am Markt, die eine gewisse Vorstellung möglich machen. Und so weit ist 2025 nicht entfernt: nur zwölf Jahre, nur eine halbe Generation.

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Altersstruktur der Makler 2025 *

In zwölf Jahren wird ein Drittel der heutigen aktuellen Maklerschaft das Renten-eintrittsalter überschritten haben und ein weiteres Drittel steht kurz davor. Gehen wir davon aus, dass es bis dahin ein weiteres Voranschreiten der gesetzlichen Regulierung, der technischen Weiterentwicklung sowie der Honorarberatung geben wird, steht für diese Makler neben dem erreichten Lebensalter die Frage des Weitermachens als existenzielle Frage an.

* Beenken/Buttig, Weiterbildung als Erfolgsfaktor: „Vermittler-PISA“, 2012

Haben „Ein-Personen-Makler“ noch eine Chance?

Unternehmensberatungen neigen dazu, eher mittelständischen und spezialisierten Maklerfirmen größere Chancen im Maklermarkt der Zukunft einzuräumen. Darauf möchte ich auch später noch eingehen. Dennoch bin ich der Meinung, dass „Ein-Personen-Makler“ auch in Zukunft noch eine Chance haben – aber es werden weniger werden. Wie in der Vergangenheit ist es auch heute noch so, dass gute und erfolgreiche Makler auch gerne allein arbeiten. Häufig sind es prägnante Einzelpersönlichkeiten, die solche Kleinfirmen leiten. Das sind Makler, die die Unabhängigkeit schätzen, Makler mit maximal noch einem bis drei Mitarbeitern, die durch eine sehr gute und persönliche Kundenbindung eine existenzielle Grundlage für ihre Tätigkeit gefunden haben und damit auch zufrieden sind.

Trend zu Netzwerken wird zunehmen

Der Trend zur intensiven Zusammenarbeit von Einzelmaklern mit Pools wird anhalten, aber er wird sich verändern. Arbeitet heute jeder Makler oder jede Maklerin statistisch gesehen mit rund drei Pools zusammen, ist eine Tendenz zur Reduzierung der Poolpartner zu erwarten. Zum einen sind einige Pools an den Grenzen der Wirtschaftlichkeit angekommen, hier wird es zu einer Konzentration kommen. Zum anderen wird von Seiten einzelner Pools viel getan, um das „Poolhopping“ der Makler einzuschränken und den Makler nur noch an das eigene Haus zu binden. Instrumente dieser intensiveren Bindung sind immer umfangreichere Kundenverwaltungsprogramme – sie schränken dann aber auch die Unabhängigkeit der Einzelmakler ein.

Es ist offensichtlich, dass „Einzelkämpfer“ nicht mehr alle administrativen, technischen und fachlichen Anforderungen alleine bewältigen können. Diejenigen, die keine allzu enge Bindung an einen Pool wollen, werden sich verstärkt in Netzwerken und Verbänden Hilfe holen. So finden sich heute schon viele Beispiele, dass die Services von Verbänden bei administrativ-technischen Anforderungen ebenso genutzt werden wie im fachlichen Bereich die Potenziale diverser Netzwerke. Postings im Social Web oder Nachfragen im Netzwerk der Maklergemeinschaft „Wer kann bei diesem Deckungskonzept helfen ...“ oder „Wer hat Erfahrungen mit...“ sind schon heute keine Seltenheit mehr.

Polarisierung durch Frage „Pool“ oder „Netzwerk

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Die Frage der Abhängigkeit von einem Pool oder die Freiheit eines Netzwerks wird bei Einzelmaklern stark polarisierend diskutiert. Gibt es heute mit dem Pool in den entsprechenden Vermittlungsverträgen Regeln, wenn auch nicht immer die besten, so müssen diese sich in Netzwerken erst herausbilden. Hier ist dann auch der Einzelmakler als kompetenter Kaufmann gefordert.

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