Riester-Rente vs. Altersvorsorgedepot: Für Vermittler öffnet sich ein riesiges Beratungsfeld
Sollten Verbraucher mit einer Riester-Rente auf das neue Altersvorsorgedepot umsteigen? Diese Frage stellen sich viele Riester-Sparer. Drei Viertel der Riester-Kunden wünschen sich Beratung und Aufklärung und setzen dabei auf ihren Anbieter und Vermittler

Mit dem Beschluss zur Reform der geförderten Altersvorsorge rückt für die Branche die praktische Umsetzung der ab 2027 geltenden Regelungen in den Mittelpunkt. Einhergehend damit könnte für Versicherer und Vermittler ein erheblicher Beratungsbedarf entstehen. Das gilt insbesondere für Bestandskunden. Das zeigen Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der Allianz. Demnach möchten sich 75 Prozent der Kunden mit einem Riester-Vertrag von ihrem Anbieter oder Vermittler dazu beraten lassen, wie es mit ihrer geförderten Altersvorsorge weitergeht.
Anzeige
Die Kunden wollen offenbar nicht nur beraten werden, sondern erwarten Initiative. Ebenfalls drei Viertel der Befragten wünschen sich, dass ihr Anbieter beziehungsweise Vermittler aktiv auf sie zugeht und das Thema anspricht.
Besonders beratungsintensiv könnte die Frage werden, wie bestehende Riester-Verträge künftig mit den neuen Fördermöglichkeiten zusammenspielen. Sollte ein Wechsel von einem Riester-Vertrag in die neue geförderte Altersvorsorge infrage kommen, wünschen sich 58 Prozent der Befragten eine persönliche Beratung – entweder vor Ort oder beispielsweise per Video-Call.
Damit zeichnet sich rund um die Reform ein erhebliches Potenzial für Bestandskundenkontakte ab. Für Vermittler dürfte es dabei nicht allein um die Frage „Riester behalten oder wechseln?“ gehen. Vielmehr muss geprüft werden, welche Lösung unter Berücksichtigung bestehender Verträge, individueller Vorsorgeziele und der neuen Fördermöglichkeiten für den jeweiligen Kunden sinnvoll ist.
Volker Priebe, Vorstand Privatkunden und Produkte bei Allianz Leben, sieht dabei die Kombination aus digitalen Angeboten und persönlicher Betreuung als entscheidend an. „Das Zusammenspiel von digitalen Informationen und guter Beratung und Betreuung ist unverzichtbar“, sagt Priebe. Vermittler hätten die Aufgabe, Kunden bei der Definition ihrer finanziellen Ziele und der Auswahl geeigneter Lösungen für Vorsorge, Vermögensaufbau, Ruhestandsplanung und lebenslanges Einkommen zu unterstützen.
Auch die Allianz richtet den Blick deshalb auf ihre Riester-Bestandskunden. Für diese gehe es nun darum, den bestehenden Vorsorgebaustein „weiter optimal auszurichten und mit Blick auf die neuen Möglichkeiten die individuell richtige Entscheidung zu treffen“, erklärt Priebe. Deshalb habe der Versicherer damit begonnen, die fast 1,5 Millionen Kunden mit einer Allianz RiesterRente per Brief zu informieren. Auch ein eigener Rechner stehe nun parat. Der Förderindikationsrechner soll die bisherige Förderung per Riester-Rente mit der neuen Förderung vergleichen. Überdies kündigte das Unternehmen an, ab Januar 2027 Angebote in allen drei förderfähigen Produktkategorien an den Start zu bringen.
