Die Bayerische verdoppelt Gewinn
Die Versicherungsgruppe die Bayerische hat im Geschäftsjahr 2025 ihre Ertragskraft deutlich gesteigert. Vor allem die Konzernmutter BY und die Komposittochter BA konnten bei Gewinn und Kapitalbasis kräftig zulegen. Gleichzeitig sackten die Beitragseinnahmen deutlich ab.

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Die Versicherungsgruppe die Bayerische hat im Geschäftsjahr 2025 ihre Profitabilität deutlich verbessern können. Die gebuchten Beiträge der Gruppe beliefen sich im vergangenen Jahr auf 804,9 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein herber Einschlag. Denn 2024 hatten die gebuchten Beiträge noch bei 979 Millionen Euro gelegen. Das ist ein Minus von 174,1 Millionen Euro beziehungsweise 17,8 Prozent.
Die laufenden Beiträge aller Versicherungsgesellschaften stiegen um 7,6 Prozent auf 566,7 Millionen Euro. Im Lebensversicherungsgeschäft kletterten die laufenden Beiträge sogar um 7,9 Prozent. Dafür gab es im Einmalbeitragsgeschäft einen tiefen Einbruch. Hier hatten die Beitragseinnahmen im Jahr 2024 noch bei 452,5 Millionen Euro. Anno 2025 veröffentlichte die Versicherungsgruppe keine Zahlen zu den Beitragseinnahmen im Geschäft mit Einmalbeiträgen. Doch die Einschnitte müssen erheblich gewesen sein. Schließlich werden die niedrigeren Gesamtbeitragseinnahmen mit den Einbußen bei den Einmalbeiträgen gerechtfertigt. So heißt es in einer Pressemitteilung: „Die Entwicklung ist wesentlich durch die bewusste Normalisierung des Einmalbeitragsgeschäfts geprägt. Strategisch lag der Fokus 2025 stärker auf laufenden Beiträgen, Beitragsqualität, Ergebnisverbesserung und Kapitalstärkung als auf kurzfristigem Beitragsvolumen."
Erfreulich entwickelte sich dagegen die Konzernmutter BY – die Bayerische Vorsorge Lebensversicherung a.G. Der Jahresüberschuss konnte von 4,4 Millionen Euro auf 9,2 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden. Gleichzeitig wuchs die Kapitalbasis auf den Rekordwert von 284,2 Millionen Euro. Auch das Neugeschäft legte kräftig zu: Die Beitragssumme im Neugeschäft sprang von 623,8 Millionen Euro auf 1,22 Milliarden Euro und erreichte damit nahezu eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Die laufenden Beiträge der Gesellschaft stiegen um 29,8 Prozent auf 69,1 Millionen Euro.
„Die BY hat 2025 bewusst Beitragsqualität vor kurzfristiges Volumen gestellt. Entscheidend ist für uns nicht Wachstum um jeden Preis, sondern Geschäft, das langfristig trägt. Die nahezu verdoppelte Beitragssumme im Neugeschäft, der deutlich höhere Jahresüberschuss und die gestärkte Kapitalbasis zeigen: Die Gesellschaft gewinnt weiter an Substanz“, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Herbert Schneidemann.
Auch die Bayerische Allgemeine Versicherung AG (BA) konnte ihre operative Entwicklung spürbar verbessern. Das Ergebnis vor Ergebnisabführung kletterte um mehr als 400 Prozent von 1,0 Millionen Euro auf 4,1 Millionen Euro. Gleichzeitig verbesserte sich die Combined Ratio brutto von 100,6 Prozent auf 90,5 Prozent und unterschritt damit deutlich die Rentabilitätsschwelle.
Die gebuchten Beiträge der Komposittochter stiegen parallel dazu um rund sieben Prozent auf 251 Millionen Euro und entwickelten sich damit in etwa auf Marktniveau. Nach mehreren Jahren intensiver Sanierungs- und Steuerungsmaßnahmen scheint die Gesellschaft damit den Turnaround geschafft zu haben.
„Die BA hat ihre operative Ertragskraft deutlich verbessert und gleichzeitig Wachstum erzielt. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger Arbeit an Portfolio, Prozessen und Steuerung. Eine Combined Ratio von 90,5 Prozent zeigt, dass unser Kompositgeschäft heute deutlich robuster aufgestellt ist“, erläuterte Martin Gräfer, Vorstandsvorsitzender der BA.
Die Bayerische-Zahlen 2025 in der Übersicht:
- Gebuchte Beiträge der Gruppe liegen bei 804,9 Millionen Euro
- Laufende Beiträge steigen um 7,6 Prozent auf 566,7 Millionen Euro
- Laufende Beiträge in Leben wachsen um 7,9 Prozent
- Jahresüberschuss der Konzernmutter BY verdoppelt sich auf 9,2 Millionen Euro
- Beitragssumme im Neugeschäft der BY steigt auf 1,22 Milliarden Euro
- Gebuchte Beiträge der BA wachsen auf 251 Millionen Euro
- Combined Ratio der BA verbessert sich auf 90,5 Prozent
Die Bayerische Lebensversicherung AG (BL) setzte 2025 ihren strategischen Umbau fort. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen leicht auf 420,9 Millionen Euro. Gleichzeitig wurde das Eigenkapital von 93,2 Millionen Euro auf 113,2 Millionen Euro deutlich gestärkt. Die Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko der Versicherungsnehmer erhöhten sich auf 1,09 Milliarden Euro. Die Beitragssumme im Neugeschäft ging dagegen auf 1,07 Milliarden Euro zurück, was die Gesellschaft auf die gezielte Fokussierung auf fondsgebundene Altersvorsorgeprodukte und die Steuerung bestehender Verpflichtungen zurückführt. Der Vertragsbestand blieb mit rund 239.000 Verträgen stabil.
„Die BL ist die Werkbank der neuen Vorsorge. Hier geht es darum, Bestand solide zu steuern, Neugeschäft gezielt auszurichten, Kapitalmarktentwicklungen zu verarbeiten und das Vorsorgegeschäft Schritt für Schritt auf langfristig tragfähige Lösungen auszurichten“, sagte Schneidemann.
Auch im Vertrieb konnte die Gruppe ihre Basis weiter ausbauen. Gemeinsam mit dem Exklusivvertrieb und der Tochtergesellschaft compexx Finanz AG umfasst das direkte Partnernetz mittlerweile mehr als 1.400 Berater. Digitalisierung, KI-gestützte Beratung und Präventionslösungen sollen dabei künftig zusätzliche Wachstumsimpulse liefern.
