Die Bayerische zieht beim TSV 1860 München die Reißleine
Die Bayerische kündigt den Sponsoringvertrag mit dem TSV 1860 München. Damit zieht der Münchener Versicherer nach dem Lizenzentzug die Reißleine.

Seit der Saison 2016/2017 ist die Bayerische im Fußball-Zirkus als Sponsor präsent. Damals hatte sich der Versicherer unter anderem eine umfangreiche Bandenpräsenz sowie die Trikotwerbung der zweiten Mannschaft beim TSV 1860 München gesichert. Seither hatte das Unternehmen sein Engagement mehrfach aufgestockt und war zum Hauptsponsor aufgestiegen.
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Mit dem Lizenzentzug endet nun auch die langjährige Partnerschaft mit der Bayerischen. In einem emotionalen Linkedin-Post kündigte Vorstand Martin Gräfer an, dass der Versicherer vom vertraglich vereinbarten Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen werde.
„Heute ist ein trauriger Tag für alle Löwinnen und Löwen“, schrieb Gräfer. Seit zehn Jahren begleite die Bayerische den Traditionsverein als Partner. „Aus einem Sponsoring ist in dieser Zeit viel mehr geworden: Verbundenheit, Freundschaft und die gemeinsame Überzeugung, dass Tradition, Leidenschaft und Zusammenhalt einen besonderen Wert haben.“
Doch mit dem Entzug der Lizenz und dem damit verbundenen Zwangsabstieg sei die Situation für den Versicherer nicht mehr nur emotional, sondern auch wirtschaftlich relevant geworden. „Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit müssen wir die Interessen unserer Kunden, Mitglieder, Mitarbeitenden und Vertriebspartner wahren. Deshalb werden wir von dem vertraglich vorgesehenen Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen“, erklärte Gräfer.
Die Entscheidung markiert einen vorläufigen Tiefpunkt einer Partnerschaft, die einst mit großen Hoffnungen verbunden war. Bereits seit der Saison 2016/2017 engagierte sich die Bayerische beim TSV 1860 München und setzte früh auf Fußball als Marketingplattform. Neben klassischer Bandenwerbung sicherte sich der Versicherer damals unter anderem die Trikotwerbung der zweiten Mannschaft.
Mit zunehmender sportlicher Krise des Vereins intensivierte die Bayerische ihr Engagement sogar noch deutlich. Statt zunächst rund 600.000 Euro jährlich investierte der Versicherer später rund 900.000 Euro pro Jahr in die „Löwen“. Zusätzlich sicherte sich das Unternehmen die Namensrechte am Nachwuchsleistungszentrum, wofür weitere 500.000 Euro für zwei Jahre flossen. Das erklärte Ziel damals: den Verein fit für den Aufstiegskampf zu machen.
Unter dem Motto „Mission Comeback“ wollte die Bayerische gemeinsam mit dem TSV 1860 München den sportlichen Neuanfang gestalten. Daraus wird nun vorerst nichts. Dennoch betonte Gräfer ausdrücklich, dass die Wertschätzung für Verein und Fans bestehen bleibe.
„Das fällt uns nicht leicht“, schrieb der Vorstand weiter. „Denn unsere Wertschätzung für den TSV 1860 München bleibt unverändert. Für die Menschen im Verein. Für die vielen Ehrenamtlichen. Und ganz besonders für die Fans, die ihren Löwen auch in schweren Zeiten die Treue halten.“
Ob die Trennung endgültig ist oder sich doch noch einmal neue Perspektiven ergeben, ließ Gräfer offen: „Ob dies das Ende eines gemeinsamen Weges ist oder der Beginn eines echten Neuanfangs, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.“
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Eines aber bleibe bestehen: „Unsere Hoffnung, dass 1860 München wieder aufsteht.“
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