Zurich meldet Rekordgewinn
Die Zurich Deutschland blickt auf ein Rekordjahr zurück. Die Beitragseinnahmen und das operative Ergebnis legten deutlich zu. Besonders das Schaden-/Unfallgeschäft erwies sich als Wachstumsmotor.

Die Zurich Deutschland hat ihre Geschäftszahlen für das Jahr 2025 veröffentlicht. Im 150. Jubiläumsjahr konnte der Versicherer ein neues Rekordergebnis einfahren. Die gebuchten Bruttoprämien stiegen um sechs Prozent auf 6,235 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatten diese noch bei 5,878 Milliarden Euro gelegen. Gleichzeitig kletterte das operative Betriebsergebnis (Business Operating Profit / BOP) um 61 Prozent auf 554 Millionen Euro.
Anzeige
„2025 markierte nicht nur den 150. Geburtstag von Zurich in Deutschland, sondern zugleich ein besonders erfolgreiches Geschäftsjahr“, sagte Vorstandschef Dr. Carsten Schildknecht. „Dass wir in einer gesamtwirtschaftlich schwierigen und politisch herausfordernden Gemengelage gerade zum Jubiläum mit einem Rekordergebnis aufwarten können, ist Ausdruck eines tragfähigen Geschäftsmodells sowie der konkrete Erfolg unseres im Jahr 2018 gestarteten und langfristig ausgelegten kombinierten Kultur- und Strategieprogrammes. Wir fokussieren uns auf substanzielle und nachhaltige Erfolge.“
Besonders dynamisch entwickelte sich erneut die Schaden-/Unfallversicherung. Die Bruttoprämien legten um elf Prozent auf 3,488 Milliarden Euro zu. Das Wachstum wurde über nahezu alle Sparten hinweg erzielt. Im Motor-Geschäft stand ein Plus von 18 Prozent zu Buche, im Non-Motor-Geschäft ein Wachstum von neun Prozent. Rund zwei Drittel des Prämienzuwachses seien auf gestiegenes Neugeschäft zurückzuführen.
Noch stärker als beim Wachstum fällt die Verbesserung der Profitabilität aus. Die Schaden-Kosten-Quote sank um 10,6 Prozentpunkte auf 93,8 Prozent. Im Vorjahr hatte sie noch bei 104,4 Prozent gelegen. „2025 zeigt sehr klar, dass wir Wachstum und Ergebnisqualität erfolgreich miteinander verbinden“, sagte Finanzvorstand Dr. Torsten Utecht. Als Gründe nennt der Versicherer vor allem strukturelle Verbesserungen im Underwriting sowie Maßnahmen im Schaden- und Kostenmanagement.
Lebensversicherung wächst nachhaltig
Auch im Leben-Segment sieht sich Zurich auf Kurs. Das Neugeschäftsvolumen lag 2025 bei 167 Millionen Euro. Insbesondere der Bereich der fondsgebundenen Altersvorsorge habe dem Versicherer zuletzt Freude bereitet. Mit einem Fondsbestandsvolumen von rund 20 Milliarden Euro rangiere das Unternehmen unter den größten Anbietern in Deutschland. Treiber seien vor allem die Vertriebspartnerschaften mit Deutscher Bank und Postbank sowie die Exklusivpartnerorganisation.
Im Direktgeschäft meldet Zurich ebenfalls kräftiges Wachstum. Die Tochter DA Direkt steigerte ihr Prämienvolumen von 343 Millionen Euro auf 451 Millionen Euro und stieg damit nach Unternehmensangaben auf Rang zwei der Direktversicherer in Deutschland auf. Auch die Insurtech-Tochter Getolo legte weiter zu. Seit ihrer Gründung 2020 sei insbesondere durch Tierkranken- und Zahnzusatzversicherungen ein Bestandsvolumen von 130 Millionen Euro aufgebaut worden.
Zurich-Ergebnisse in der Übersicht
- Gebuchte Bruttoprämien: 6,235 Mrd. Euro (+6 Prozent)
- Operatives Betriebsergebnis (BOP): 554 Mio. Euro (+61 Prozent)
- Schaden-/Unfallgeschäft: 3,488 Mrd. Euro (+11 Prozent)
- Schaden-Kosten-Quote: 93,8 % (Vorjahr: 104,4 Prozent)
- Leben-Neugeschäft: 167 Mio. Euro
- Fondsbestand Leben: 20 Mrd. Euro
- DA Direkt: 451 Mio. Euro Prämienvolumen
Nach dem Rekordjahr richtet Zurich den Blick bereits auf die nächste Entwicklungsstufe. Im Fokus soll dabei der breite Einsatz Künstlicher Intelligenz stehen. „Künstliche Intelligenz wird das Betriebssystem der Versicherungsbranche“, sagte Schildknecht. Bereits heute seien zahlreiche Anwendungen in Schadenprozessen, Kundenservice und Bearbeitung produktiv im Einsatz. Ziel sei es, zusätzliche Prämienwachstumspotenziale zu heben und gleichzeitig Effizienzgewinne zu realisieren.
Parallel dazu betont der Versicherer sein Vertrauen in die Belegschaft. Denn gerade im KI-Zeitalter würden Vertrauen, Menschlichkeit und Unternehmenskultur weiter an Bedeutung gewinnen. „KI kann Prozesse beschleunigen und Entscheidungen unterstützen – Vertrauen entsteht durch Menschen“, unterstreicht Schildknecht.
