Die rechtlichen Auseinandersetzungen in Deutschland nehmen deutlich zu und sie betreffen zunehmend zentrale Lebensbereiche. Das zeigt der aktuelle „Trendmonitor Recht 2025“ der ARAG. Vor allem Konflikte rund um Arbeit und Wohnen entwickeln sich zu dominierenden Themen für Verbraucher.

Anzeige

Getrieben wird diese Entwicklung durch wirtschaftliche Unsicherheit, steigende Lebenshaltungskosten und wachsenden finanziellen Druck. Für viele Haushalte geht es längst nicht mehr um Einzelfälle, sondern um die Absicherung des eigenen Lebensstandards.

Besonders stark ist der Anstieg im Arbeitsrecht. In den vergangenen fünf Jahren haben die Rechtsschutzfälle hier um 63 Prozent zugenommen. Allein 2025 legten sie nochmals um 11,1 Prozent zu. Auffällig ist dabei nicht nur die steigende Fallzahl, sondern auch die wirtschaftliche Tragweite. Kündigungsschutzverfahren spielen eine immer größere Rolle. Ihre Zahl stieg 2025 um 33 Prozent.

„Wir stellen fest, dass nicht mehr vornehmlich Kunden mit niedrigen Einkommen betroffen sind, sondern auch immer mehr mit mittleren und auch höheren Einkünften“, erklärt ARAG-Vorstand Hanno Petersen.

Noch dynamischer zeigt sich die Entwicklung im Mietrecht. Hier stiegen die Rechtsschutzfälle in den vergangenen fünf Jahren um 74 Prozent. 2025 lag das Plus bei 15,1 Prozent. Steigende Nebenkosten, Mieterhöhungen und Streit über Mängel führen dazu, dass Wohnen für viele Verbraucher zum dauerhaften Konfliktfeld wird.

Dabei verändert sich auch das Verhalten der Betroffenen: Immer häufiger werden bereits kleinere Streitwerte juristisch verfolgt. „Gerade diese Fälle nehmen stark zu. Hierbei wird deutlich, dass die finanziellen Puffer der Verbraucher sichtbar schrumpfen“, so Petersen.

Auch 2026 deutet sich keine Entspannung an. Bereits im ersten Quartal stiegen die Fälle im Arbeitsrechtsschutz um weitere 12,2 Prozent. Im Mietrecht bleibt das Niveau hoch und wächst weiter.