In der Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen (FAZ) erschien am Mittwoch, den 09. Februar, ein Meinungsbeitrag von Michael Heinz, Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Überschrieben ist der Beitrag mit „Provisionsberatung sichert Wohlstand“ und kann auch über LinkedIn-Kanal des BVK gelesen werden.

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Im Beitrag schreibt Heinz: „Ohne die provisionsgestützte Beratungsarbeit hätten Millionen von Baufinanzierungen nicht stattgefunden, wären hunderttausende von Finanzierungen im klein- und mittelständischen Bereich nicht durchgeführt worden und hätten letztlich Millionen nicht die Altersvorsorge, die sie heute zur wohlhabendsten Rentnergeneration aller Zeiten in Deutschland machen.“ Gerade Versicherungsvermittler würden ihren wichtigen sozialpolitischen Auftrag gewissenhaft, qualifiziert und kompetent erfüllen, so Heinz weiter. Würde dieses erfolgreiche System abgeschafft, käme das „einer Bankrotterklärung mit unabsehbaren Folgen für Staat und Gesellschaft gleich“, warnte Heinz eindringlich.

Im seinem Appell fasst Heinz u.a. bereits bekannte Argumente zusammen:

  • Provisionsbasierter Vertrieb würde auch dafür sorgen, dass sich insbesondere Geringverdiener eine „zunächst kostenlose und qualifizierte Beratung“ leisten können. Die Vorsorge-Bereitschaft von Kunden verschlechtert, wenn auf Provisionsvertrieb verzichtet wird, würden Erfahrungen aus Ländern zeigen, die auf Provisionsverbote gesetzt haben, zeigen.
  • Honorarberatung sei kaum verbreitet. Um das zu stützen, verweist Heinz auf die Zahl der registrierten Versicherungsberater und stellt sie der Gesamtzahl der Vermittler gegenüber.
  • Dank des herrschenden Provisionssystems seien 16 Millionen Riester-Verträge und 87 Millionen weitere Bestandsverträge der Lebensversicherer, Pensionskassen und Pensionsfonds zustande gekommen. Die würden dabei helfen, bei „denen eine Altersarmut zu verhindern, die zusätzlich vorgesorgt haben“.
  • Die seit Jahren geringe Beschwerdequote über Vermittler beim Versicherungsombudsmann lässt laut Heinz den Schluss zu, dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland mit dem Provisionssystem „höchst zufrieden“ ist.

Zudem wendet er sich gegen einen Staatsfonds nach schwedischem Vorbild. Die Finanzierungsrisiken seien zu hoch und der in Rente gehenden Baby-Boomer-Generation würde der Fonds nichts mehr nützen.

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Um das bewährte Vermittlungssystem effektiver zu gestalten, sei eine Entschlackung bei den Informationspflichten angebracht. Aus „falsch verstandenen Verbraucherschutzinteresse“ seien den Vermittlern in den letzten Jahren immer wieder neue Informationspflichten auferlegt worden, die kaum ein Kunde überblicken könne.