Mit dem MAP-Report 922 ist eine neue Bilanzanalyse deutscher Lebensversicherer erschienen (Versicherungsbote berichtete). Methodisch unterscheidet der Rating-Pionier, der schon seit 1990 Kennzahlen zur Lebensversicherung zusammenträgt, zwischen folgenden Geschäftssegmenten: Rentenversicherung; Kapitalbildende Lebensversicherung (KLV); Risiko-Lebensversicherungen (RLV); Kollektiv-Versicherung; Sonstige Lebensversicherungen. So lassen sich Tendenzen am Markt gut abbilden.

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Rentenversicherung: Größtes Geschäftssegment

Gemäß der Unterscheidung des MAP-Report ist die Rentenversicherung das größte Geschäftssegment in der Leben-Sparte – mit 30,57 Prozent Anteil am Gesamtgeschäft mit Hauptversicherungen und branchenweit rund 24,74 Mio. Verträgen. Zu bedenken ist aber für diese Aussage: Versicherer weisen auch selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherungen, Policen zur Absicherung von Grundfähigkeiten und ähnliche Produkte unter „Rentenversicherungen“ aus. Getrennt sind hierzu allerdings Kollektivverträge (zum Beispiel auch der BU-Versicherung) zu betrachten.

Das Geschäftsjahr 2020 kriselte für die Rentenversicherung: mit 985.700 Verträgen wurden 134.700 weniger als 2019 an die Frau oder den Mann gebracht. Insgesamt wurden 1.120.400 Versicherungsscheine in 2019 eingelöst.
Die Rentenversicherung stellt zwar den größten Anteil des Bestands, nimmt beim Neugeschäft allerdings nicht den bedeutendsten Rang ein – sie macht mit 21,4 Prozent nur den drittgrößten Teil bei neu verkauften Verträgen aus.

Fondsgebundene Produkte bestimmen das Neugeschäft

Bedeutungsvoller in 2020 waren sonstige Lebensversicherungen mit einem Anteil am Neugeschäft von 29,0 Prozent – hier gehören die wichtigen fondsgebundenen Lebensversicherungen hinein, die in Zeiten des Niedrigzins immer mehr die klassischen Produkte ersetzten (Versicherungsbote berichtete). Die Bedeutung dieser Produkte wächst: Ihr Marktanteil wuchs gegenüber 2019 nochmal um 2,5 Prozentpunkte. Insgesamt 1.583 Verträge mehr als 2019 wurden in 2020 umgesetzt – 1.339.885 Stück. Ein Löwenanteil hiervon, 18,2 Prozent des gesamten Neugeschäfts-Anteils, geht allein auf Konto der Generali.

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Aber auch die Kollektiv-Versicherungen hatten in 2020 einen höheren Anteil am Neugeschäft gegenüber den Rentenversicherungen – mit 23,8 Prozent des Marktes. Hier allerdings musste ein Minus im Gesamtbestand der Branche beklagt werden. Denn eingelöste Versicherungsscheine nahmen in 2020 gegenüber 2019 um rund 76.000 Verträge ab (schon zwischen 2018 und 2019 musste hier ein Rückgang um 170.000 Verträge beklagt werden). 1.098.486 Policen wurden in 2020 an die Frau oder den Mann gebracht.

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