Im Juli 2020 startete das Konsultations-Verfahren zur Überprüfung der Aufsichtsregeln für Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen (Solvabilität II). Die Aufsichtsregeln sind schließlich seit 2016 in Kraft.

Nun wird die EU-Kommission am Mittwoch, den 22. September 2021, einen Vorschlag zur Aktualisierung der Solvency II-Regeln vorlegen. Die Süddeutschen Zeitung berichtet von Verschärfungen der Regeln und stützt sich dabei auf einen 102-seitigen Richtlinien-Entwurf, der ihr vorliegt. Demnach scheint sich die EU-Kommission mit ihren Vorschlägen sehr an denen der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen (EIOPA) zu orientieren.

Die Aufseher schlugen im Laufe des Konsultationsverfahrens u.a. vor, eine neue Berechnungsmethode zur Extrapolation der Zinskurve anzuwenden. Vereinfacht gesagt, geht es darum, wie die Verbindlichkeiten der Versicherer abgezinst werden. Das geschieht derzeit mittels sogenannter Swapdaten. Doch die sind, so die EIOPA, weniger zuverlässig, je länger die Laufzeit ist. Dadurch würden die Verbindlichkeiten von Versicherern volatiler - und genau das wollen die Aufseher verhindern.

Diesen Plänen widersprach der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bereits im Laufe des Konsultationsverfahrens und argumentierte, dass die Versicherer so gezwungen würden, länger mit niedrigeren Zinsen zu rechnen und erheblich mehr Eigenmittel als bislang vorhalten müssen. Das Kapital wäre gebunden und die Versicherungswirtschaft wäre als langfristiger Investor beeinträchtigt.

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