Es gibt viele gut gemeinte Ratschläge, wie Versicherer Daten effektiver nutzen können, um profitabler zu werden und ihren Kunden einen besseren Service zu bieten. Die Digitalisierung und neue Technologien der Datenerfassung bieten eine ganze Fülle von Möglichkeiten, etwa ein höheres Maß an Personalisierung, das Vorausfüllen von Formularen, Self-Service-Kundenportale und die Straffung der Schadenregulierung. Möglicherweise sind dies aber nur die offen zu Tage liegenden Chancen. Was müssten die Versicherer tun, um die Karten grundsätzlich neu zu mischen und nachweislich einen positiven Beitrag für die Kunden zu erreichen?

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Die große Chance für die Versicherer liegt darin, sich als vertrauenswürdige Hüter von der Daten ihrer Kunden zu beweisen. Sie müssen ihren Kunden Dienstleistungen bieten, die einen echten Mehrwert für die Kunden haben, anstatt einfach nur kurzfristiges Geschäft zu machen, indem sie die billigsten sind. Die Herausforderung besteht darin, die richtigen Daten zur richtigen Zeit für den richtigen Kunden zu haben.

Robert Harris ist Global Product Manager for Insurance Fraud bei BAE Systems Applied Intelligence.BAE

Viele Unternehmen – etwa Banken und Supermärkte – haben einen kontinuierlichen und detaillierten Einblick in die Daten ihrer Kunden und erhalten so tiefe Einblicke in deren Verhalten. Sie wissen, was die Kunden anspricht, wonach sie suchen und auch, wie deren Risikoprofil aussieht.

Im Gegensatz dazu erhält ein Versicherer beim Abschluss eines Versicherungsvertrags einen tiefen Einblick in das Profil des Kunden, aber dies ist lediglich eine Momentaufnahme. Danach gibt es wenig oder keinen Kontakt mit dem Kunden, es sei denn, der Kunde meldet einen Schaden. Das ist dann wieder eine Gelegenheit, bei der Versicherer am meisten über ihre Kunden erfahren, im Guten wie im Schlechten.

Stellen Sie sich vor, Versicherer hätten die Möglichkeit, Situationen und Dinge zu beobachten und einzuschätzen, die mit einem Risiko behaftet sind. Ob es Ihnen gefällt oder nicht, Telefone werden bereits heute dazu verwendet, Personen zu verfolgen, und das sogenannte „Internet der Dinge“ ist in der Lage, Objekte wie Kühlschränke und Waschmaschinen zu verfolgen, um Probleme zu erkennen, die zu einem Versicherungsrisiko führen könnten und die andernfalls vielleicht unbemerkt blieben.

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Es gibt zwei Haupthindernisse, die verhindern, dass die Versicherer auf diese Informationen zugreifen können. Das ist zum einen das natürliche Misstrauen der Menschen gegenüber der Verwendung ihrer persönlichen Daten und ihre Sorge um deren Sicherheit, zum anderen die Tatsache, dass die Branche derzeit nicht in der Lage ist, den Kunden ausreichende Anreize zu bieten, dieser ihre Daten zur Verfügung zu stellen.

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