Die Entfernung von Zahnstein – also von harten Zahnbelägen – ist Kassenleistung. Das freilich gilt für die professionelle Zahnreinigung (PZR) nicht – trotz Empfehlung vieler Zahnärzte zu einer solchen Behandlung. Bei der professionellen Zahnreinigung werden harte sowie auch weiche Zahnbeläge mit Handinstrumenten, Pulver-Wasser-Spray und Schallinstrumenten entfernt. Zudem werden die Zähne poliert und fluoridiert – all das erfolgt in Verbindung mit einer Beratung zu besserer Zahnhygiene. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung bewirbt die PZR als wichtige „präventive Maßnahme“ zur Reduzierung von Parodontalerkrankungen oder von Karies. Allerdings konnten solche positiven Effekte noch nicht zuverlässig durch Studien bewiesen werden.

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Debatte über den Nutzen

Unbestritten ist der kosmetische Nutzen einer solchen Reinigung: Mit reinem und weißen Lächeln verlassen die Kunden die Praxis ihres Zahnarztes. Wie es sich aber mit dem medizinischen Nutzen der PZR verhält, ist weniger eindeutig. Konkreteres erfährt man auf der Seite des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS): Eine Studie, die zuverlässig den Nutzen einer regelmäßigen PZR mit Abstand von zwei Monaten hätte nahelegen könnte, erkennt einen gleichen Nutzen auch bei zweimonatiger Anleitung zur richtigen Zahnhygiene ohne PZR.

Allerdings geben die Verbraucherschützer der Verbraucherzentrale hierfür zu bedenken, dass durchaus Menschen von einer PZR profitieren könnten – zum Beispiel Patienten mit hohem Parodontitis-Risiko. Dennoch ist die professionelle Zahnreinigung nicht durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) als kassenärztliche Leistung anerkannt: Sie muss folglich privat abgerechnet werden. Grundlage ist die private Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) unter GOZ-Ziffer Nummer 1040.

PZR: Beliebt und (gering) bezuschusst

Die Beliebtheit der professionellen Zahnreinigung (PZR) bringt aber viele gesetzliche Kassen dazu, die Behandlungskosten freiwillig zu bezuschussen. Über Zahlen informiert aktuell eine Meldung des Online-Maklers Versicherungsmakler Experten GmbH. Demnach beteiligen sich immerhin 92 von 103 Krankenkassen an Kosten für professionelle Zahnreinigungen.

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Jedoch wird oft nur ein kleiner Teil der Kosten übernommen: Bei Kosten in Höhe von 80 bis 120 Euro bezahlen die Kassen im Schnitt einen Zuschuss von 46 Euro. Der größte Teil der Kassen – 43 Prozent – regelt dies durch ein Jahresbudget. Zwölf Prozent der Kassen leisten einen Zuschuss zweimal. Allerdings sagt dies noch nichts über die Höhe des Zuschusses aus: Wenn zum Beispiel die BKK VBU (Verkehrsbau Union) zweimal einen Zuschuss von dreißig Euro leistet, ist der Betrag nicht höher als bei der DAK Gesundheit, die einmal 60 Euro bezuschusst (allerdings nur für Vertragsärzte zum Festpreis für eine Behandlung).

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