Die „Sonntagsfrage“ hat in Deutschland vor Parlamentswahlen Tradition. Die Frage lautet jedesmal, wie man wählen würde, wenn bereits am jeweils kommenden Sonntag gewählt werden würde.

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Auch der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung stellt diese Frage regelmäßig. Zuletzt wurde die Online-Umfrage zwischen 29.06.2021 und 05.07.2021 durchgeführt. Ergebnis: Die FDP verpasst die absolute Mehrheit nur knapp. 45,6 Prozent der abgegebenen Stimmen entfallen auf die Freien Demokraten. Im Vergleich zur vorherigen Sonntagsumfrage des AfW ein deutlicher Zugewinn von 16 Prozent für die FDP (siehe Grafik).


AfW-Vorstand Frank Rottenbacher ordnete die Umfrage-Ergebnisse so ein: „Möglicherweise schlägt hier das Riester-Desaster der Bundesregierung unmittelbar auf das Wahlergebnis durch.“ Trotz Vereinbarung im Koalitionsvertrag bleibt die Riester-Rente ohne Reform; mit ähnlicher Untätigkeit verschleppte die Große Koalition die ebenfalls vorgenommene Altersvorsorgepflicht für Selbstständige. Das Problem drohender Altersarmut in breiten Schichten der Bevölkerung wird so jedenfalls nicht gelöst.

Ergebnisse überraschen kaum; Teilnahmebereitschaft schon

Dass die FDP zu den Favoriten der Vermittler bei der Bundestagswahl 2021 zählt, überrascht wenig. Schließlich vertreten die Liberalen bei Reizthemen wie Provisionsdeckel oder Stärkung von privater Vorsorge Positionen, auf die sich viele Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler verständigen können.

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Blickt man aber auf die Teilnehmerzahlen der jüngsten ‚Sonntagsfrage‘ des AfW, bleibt ein schaler Beigeschmack. Denn die Teilnehmerzahlen sackten im Vergleich zu den Vorjahren deutlich ab: Waren es 2019 und 2020 noch über 1.500 bzw. 1.250, nahmen an der jüngsten Online-Umfrage nur 557 Vermittler teil.